They called us enemy - Eine Kindheit im Internierungslager

Geschrieben von Anja Degenhardt
Bildcopyright: George Takei; Harmony Becker; Top Shelf Productions; Cross Cult

Obwohl in Amerika geboren und aufgewachsen, blühte vielen Japanern während des zweiten Weltkriegs dasselbe Schicksal: Enteignet und weggesperrt vom Rest der Bevölkerung in einem Internierungslager um dort ihr Dasein zu fristen.

Inhalt

Japan erklärte Amerika den Krieg und bombardierte Pearl Harbor. Das war nicht ausschlaggebend, denn lange zuvor kristallisierte sich in der Bevölkerung eine wachsende Anspannung gegen die in Amerika lebenden sogenannten Japano-Amerikaner. Aber es war der sprichwörtliche letzte Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte.
George Takei war fünf, als seine Familie nachts Besuch erhält und der Aufforderung, zu Packen und den Soldaten zu folgen nachkommen muss. Ihm blieb vor allem in Erinnerung, wie seine wundervolle und starke Mutter die Fassung verlor und vor ihm, seinem Bruder und seiner Schwester, weinte. Sein Vater erklärte ihm hingegen, sie würden in den Urlaub fahren, während sie schnell alles zusammen packten, was ging. Die Zeit reichte nicht für alles.
Sie wurden in Züge geschoben und in Lager gefahren. Viele Japaner waren mit ihnen unterwegs, allen stand der Schrecken ins Gesicht geschrieben. Die Ungewissheit versetzte sie in Schockstarre. Starke Menschen wie Georges Vater übernahmen die Führung. Sie bauten Baracken, Platten für die Straße und organisierten die Küche und die Arbeit. Bis sie wieder umgesiedelt wurden. Der Stacheldrahtzaun sperrte sie ein wie Vieh, schützte sie jedoch auch vor einer unbekannten Gefahr dort draußen. Der Politik fielen immer neue Gründe ein, sie zu quälen oder sie aus dem Land zu weisen und nach Japan zu überführen.
Erst Jahre später wird George verstehen, was damals wirklich passiert ist. Und dafür kämpfen, dass diese Geschichte erzählt und nicht so einfach vergessen wird.

Fazit!

Ältere Generationen werden George Takei vermutlich sofort als den Schauspieler erkennen, der in Star Trek die Rolle von Hikaru Sulu spielte und so verhält es sich auch mit vielen der im Buch auftretenden Politiker. Die Zeichnungen sind ohne jede Frage sauber und die Personen lassen sich sehr gut auseinander halten und erkennen. Die Geschichte wird detailliert und sachlich erzählt -  es gibt keine Vorwürfe und keine emotionalen Ausbrüche, nur Fakten. Was man dem Erzähler groß zugutehalten muss, nach allem, was hier berichtet wird.
Wenig überraschend ist George Takei neben seiner Arbeit in der Filmindustrie ebenfalls als Aktivist tätig und setzt sich neben Japanisch-Amerikanischer Beziehungen ebenfalls für die LGBT-Bewegung ein, die gegen sexuelle Diskriminierung kämpft, sowie für den Antirassismus, der ihn Zeit seines Lebens geprägt hatte.

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