Nippon Connection 2012

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Bildcopyright: Nippon Connection

Sehen, hören, fühlen, schmecken, riechen - kurzum: Japan erleben! Zum zwölften Mal ermöglichte die Nippon Connection, das alljährliche japanische Filmfestival in Frankfurt am Main, einen Einblick in das Land der Kirschblüten und Katastrophen.

Inhalt

Japanische Filme, japanische Kunst und japanisches Essen - da schlägt wahrscheinlich das Herz eines jeden Japanfans höher. Mit einem enthusiastischen „Youkoso!“ wurde man nicht nur auf der Begleitbroschüre zur Nippon Connection begrüßt. Wie in jedem Jahr war die Nippon Connection in fünf Bereiche unterteilt, mit denen man das Filmfestival besuchen konnte: Nippon Cinema, Nippon Visions, Nippon Retro, Nippon Kids und Nippon Culture. Was man in den einzelnen Bereichen so erleben konnte, die hauptsächlich alle auf dem Gelände der Goethe Universität in Frankfurt am Main zu finden waren (andere jedoch auch außerhalb des Festivalzentrums lagen), könnt ihr in den nachfolgenden Zeilen erfahren.


Nippon Cinema

Dass die Filme bei einem Filmfestival im Mittelpunkt stehen, sollte jedem klar sein. Die Streifen, welche auf der Nippon Connection vorgestellt wurden, waren allesamt etwas Besonderes. So feierten alle japanischen Filme mindestens ihre Deutschlandpremiere; die meisten wurden in Frankfurt, aber auch europaweit zum ersten Mal gezeigt bzw. manche hatten in dieser Maiwoche sogar ihre Weltpremiere. Dementsprechend war die Atmosphäre erwartungsvoll, aber auch angespannt - viele Regisseure reisten extra an, um die Reaktion des Publikums auf ihre Filme persönlich nachzuvollziehen. Ebenso richteten die meisten geladenen Gäste vor der jeweiligen Vorstellung noch ein paar Worte an das gespannte Publikum. Zumal die Filme immer von den Zuschauern bewertet wurden, damit der beste zum Schluss den „Nippon Cinema Award“ überreicht bekommen konnte.

Nominiert waren dabei nicht nur ernste Filme, dramatische Filme wie „Hara- Kiri: Death of a Samurai“ von Regisseuren Takashi Miike, sondern durchaus auch Komödien wie „A Honeymoon in Hell: Mr. and Mrs. Oki`s Fabulous Trip“ von Ryuichi Honda, der sich mit einem frisch verheirateten Paar beschäftigt, welches die Flitterwochen in der Hölle verbringt. Viele verschiedene Filme, doch nur einer konnte den Preis, der mit 2.000€ dotiert ist, gewinnen: Regisseur Shuichi Okitas „The Woodsman an the Rain“ machte schließlich das Rennen.

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Nippon Visions

In diesem Jahr wurde zum zweiten Mal auf der Nippon Connection der Nippon Visions Award verliehen. In diesem Jahr waren dafür jene Filme nominiert, welche die Verarbeitung der Katastrophe vom 11.03.2011- dem Tag des Atomunglücks in Fukushima - aufzeigen. So gilt die Hauptbeachtung nun hauptsächlich gesellschaftlichen Themen. Gewinner dieses Preises wurde „THE SOUND OF LIGHT“ von Regisseur Juichiro Yamasaki. Der Film behandelt das Drama um Yusuke, der, nachdem sein Vater krank geworden ist, seine eigenen Träume und Ziele hinten anstellen muss, um stattdessen seiner Familie eine Zukunft zu gewährleisten.


Nippon Retro

Unter dem Aspekt “Nippon Retro” wurde dieses Jahr die Protestkultur der Japaner dargestellt. Dazu gab es einige Dokumentarfilme, um die Geschichte des Protests in Japan aufleben zu lassen; heißt es doch hierzulande oft, in Japan würde selten bis gar nicht protestiert - was zum Beispiel am Mangel an Protesten nach der Atomkatastrophe von Fukushima festgemacht wird. Das eben dies nicht so stimmt, zeigten unter anderem die Filme „GEWALTOPIA: MOTOHARU JONOUCHI`S IMAGES OF PROTEST“, eine Auswahl an Motoharu Jonouchis politischen Arbeiten, „SUMMER IN NARITA“, in welchem Shinsuke Ogawa den Widerstand der Bauern gegen den Bau eines Flughafens in Narita dokumentiert hat, oder „THE OPRESSED STUDENTS“, ebenfalls eine Dokumentation von Shinsuke Ogawa über den Widerstand von Studenten gegen das konservative Schulsystem.


Nippon Kids

Auch für die kleinen Besucher gab es ein breitgefächertes Angebot. So durften Kinder von sechs bis zwölf Jahren zwar, was Filme anging, nur „Chibi Maruko Chan" und „Rita & Dingsda" ansehen, wurden aber dazu aufgerufen, an vielen verschiedenen Workshops teilzunehmen. Unter anderem gab es einen Bento-Kochkurs für Kids, bei welchem den Kindern die gesunde Ernährung näher gebracht werden sollte, oder einen Animationsfilmworkshop. Hierbei durften die Kinder ihren eigenen Animationsfilm à la „Heidi“ oder „Mein Nachbar Totoro“ erstellen und auf einem USB-Stick mit nach Hause nehmen. Zu guter Letzt wurden sogar japanische Kinderspiele vorgestellt, wozu zum Beispiel auch „Fukurawai“ gehört.

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Nippon Culture

Um der japanischen Kultur näherzukommen, hatte der Besucher dieses Jahr wieder die Möglichkeit, zum Beispiel die Tee- oder SakeLounge zu besuchen. Man durfte von japanischen Tees kosten und ein paar ruhige Minuten in der Lounge verbringen, welche man natürlich nur ohne Schuhwerk betreten durfte. Ebenso war die Künstlerin Kozue Kodama anwesend, die mit einem Live-Painting die Zuschauer verzauberte. So wurde innerhalb der Festivaltage ein einzigartiges Gemälde erschaffen. Ihre Fortschritte wurden per Kamera festgehalten und wurden so an ihrem Stand immer wieder abgespielt, was für große Verblüffung sorgte.

Ebenso gab es zum einen eine Ausstellung zum Thema „ZEN-Kalligraphie“, zum anderen wurde die Katastrophe von Fukushima in der Ausstellung „Japan: Shifted“ aufgearbeitet. Generell prägte die Atomkatastrophe von Fukushima die Nippon Connection. So gab es auch eine Live-Hörspiel-Lesung namens „Die Bestie von Fukushima“. Dieses Hörspiel wurde von Jörg Buttgereit geschrieben, der sich mit Fukushima unter einem besonderen Aspekt auseinandersetzte: Ein Monster sei an der Katastrophe schuld. Daneben gab es noch zahlreiche Vorträge, Podiumsdiskussionen, Workshops oder Filmemachergespräche. Die Workshops setzten sich aus Kimono- bis hin zu Katori- und sogar Tee-Workshops zusammen, bei denen man der japanischen Kultur Stück für Stück näherkommen konnte. Auch ein Kochkurs war mit am Start vertreten, um in diesem Fall japanische Süßigkeiten selbst zubereiten zu können. Natürlich darf man die japanische Musikkultur nicht vergessen. Zu diesem Zweck waren unter anderem GOTHIKA und DJ SiSeN angereist und heizten der Menge am Freitagabend ordentlich ein.

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Fazit!


Zum zwölften Mal begeisterte die Nippon Connection mit einem weiten Angebot an Möglichkeiten, Japan zu erleben. Zwar war der Auftritt wieder nur sehr klein und teilweise war der Ticketverkauf für die Veranstaltungen sehr chaotisch - außerdem konnten die Angestellten dem Besucher nicht helfen, wenn er eine Veranstaltung suchte - doch trotzdem ist ein Besuch nur zu empfehlen. Schließlich bekommt man nicht oft die Gelegenheit, japanische Filme in ihrer Premiere zu sehen.

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