DoKomi 2015

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Bildcopyright: animePRO, DoKomi

Seien wir einmal ehrlich, wenn man auf Conventions geht, die man mag, auf denen man schon oft war und allgemein eigentlich alles aus dem Blickwinkel eines Menschen sieht, der einen Artikel schreiben soll, entgeht einem vielleicht etwas, das „normale“ Besucher sehen. Aus diesem Grunde haben wir uns dieses Mal ein wenig Unterstützung geholt.

Inhalt

Schon wieder ist ein Jahr vorbei und wenn man so darüber nachdenkt, war das nun schon die vierte DoKomi, die wir besuchen durften. Jedes Jahr war sie ein wenig anders, jedes Jahr voller neuer Ideen und jedes Jahr etwas größer. Und wenn man nun bedenkt, dass dies nicht die einzigen Cons sind, die wir so besuchen, dann merkt man irgendwann als Schreiberling selbst, dass man vielleicht ein ganz klein wenig den „normalen“ Besucher in sich verloren hat. Man macht genaue Zeitpläne um das meiste zu sehen, sieht alles aus der Sicht, die mit der Organisation des Events zu tun hat und fängt bereits im Kopf an, alles einzusortieren.

Dieses Jahr allerdings stellte sich besonders mir die Frage, ob das für alle die richtige Sicht ist. Auf der einen Seite ist es das, was vielleicht gerade diejenigen wissen wollen, die sich unsicher sind, ob sich ein Ticket und die eventuelle Anreise denn lohnen, für andere wiederum ist es aber vielleicht genau das, was sie überhaupt nicht interessiert. Es war wichtig, sich das „alte“ Gefühl wieder einmal in Erinnerung zu rufen.

Aus diesem Grunde haben wir uns dieses Jahr besondere Unterstützung geholt. Jenny und Simon waren dieses Mal mit dabei und vertraten die Ansicht verschiedener Gruppen. Während Jenny bereits zwei, drei Cons besucht hatte, die jedoch auch schon eine Zeit zurücklagen, war Simon der komplette Con Neuling, der mit der Szene außer ein paar Anime noch nicht viel zu tun hatte. Noch dazu besuchten sie die Con, die wir grundsätzlich als familiäre Convention bezeichnen als bereits langjähriges Paar und brachten so ein wenig Aufschluss in die Situation, ob wir nun noch immer Besucher, oder „nur noch“ Arbeiter auf einer solchen Con sind.

 

Erst einmal etwas, bei dem wir uns alle einig waren und das noch weit bevor die DoKomi 2015 eigentlich stattfand. Das Ticket-Crowdfunding-System. Wer es noch nicht kennt, der bekommt hier eine schnelle Erklärung, alle anderen dürfen gern zum nächsten Absatz springen. Das Crowdfunding-System ist ähnlich wie bei anderen Projekten dafür gedacht, dass man sich von der interessierten Gruppe Geld spenden lässt um mit diesem etwas für besagte zu tun. Wer sich also ein Ticket bestellt, der darf selbst entscheiden, ob er ein wenig mehr zahlen möchte. Je nach dem wie spendabel man ist, bekommt man durch dieses System auch noch Extras wie eine VIP Karte, Vorteile beim Schlangestehen oder kleine Goodies. Das Beste daran ist jedoch, dass man die Con mit seinem Geld auch aktiv mitgestalten kann. Man bekommt die Möglichkeit bestimmte Bereiche zu wählen, für die das wohlverdiente Geld verwendet werden soll und diese somit auszubauen. Und gerade dieses Jahr hat man davon sehr viel gemerkt.

Wer dieses System nicht mag, oder schlicht das Geld dafür nicht hat, der muss es natürlich auch nicht tun und kann natürlich den normalen Preis zahlen. Frei nach dem Prinzip: Alles kann, nichts muss!

 

Und gerade dank dieses System war es der DoKomi unter anderem auch möglich, bereits am Freitag für einige ein kleines Highlight bereit zu halten. Zum ersten Mal gab es also schon einen Tag vor den sonstigen Con-Samstagen und Sonntagen etwas zu sehen, das sich wirklich sehen ließ.

Am Freitag-Abend gab Internet-Gesangstalent nano dank der Unterstützung der Besucher ein Konzert, für das jedoch Extra-Karten erworben werden mussten. Trotz allem war es die erste Veranstaltung dieser Art und man darf sich sicherlich noch auf mehr in dieser Hinsicht freuen.

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Richtig los ging es dann allerdings am Samstag:

Wetter – warm bis enorm warm, sonnig bis regnerisch. Doch dieser Wechsel an Wettergefühlen schreckte auch dieses Jahr Massen an Besucher nicht ab. Nicht umsonst wurden des öfteren Meldungen herausgegeben, dass die Convention dieses Jahr komplett ausverkauft war. Der Rekord von letztem Jahr wurde erneut gebrochen, denn an beiden Tagen zählte man etwa 19.000 Besucher. Und gerade der Samstag zeigte dies recht deutlich.

Denn nicht nur diejenigen, die sich bereits in die Schlangen für den Einlass stellten, sondern auch diejenigen, die lieber die Con-Atmosphäre außerhalb an dem schönen Rheinufer erlebten tummelten sich bereits vor Eröffnung vor Ort. Sorgen um Parkplätze musste man sich jedoch nicht machen, denn diese wurden wieder zum vergünstigten Preis von 5 € pro Tag angeboten. Wer nah am Gebäude sein wollte, musste jedoch wirklich früh dran sein. Ansonsten gab es dank der Lokalität auch noch einige Parkplätze oder Parkhäuser der Straße entlang, die sich ebenfalls an die vergünstigten Preise hielten.

 

Und so trotteten wir zu einem der Eingänge, die auffällig ordentlich gruppiert waren. Bereits hier sagte Jenny, dass sie sich nicht daran erinnert, dass ältere Cons so geordnet vorgingen und die Cosplayer dermaßen gut waren und auch Simon meinte sehr schnell, dass er zwar mit Cosplayern gerechnet hatte, jedoch nicht mit so vielen, unterschiedlichen und vor allem teilweise sehr aufwändigen.

Nach einem genaueren Blick musste ich zustimmen. Jedes Jahr scheinen mehr und mehr Cosplayer die DoKomi zu besuchen und die Kostüme scheinen tatsächlich immer aufwändiger zu werden. Jedoch stellte ich im Laufe des Tages auch mit Verwunderung fest, dass immer mehr Leute mit Schirmen, Stöcken, Stäben oder sonstigem unterwegs waren, die bei anderen Veranstaltungen von der Waffenkontrolle eingezogen worden wären.

 

Unser Tag begann mit einem kleinen Streifzug durch die noch recht leeren Hallen. Wieder einmal stach sofort das große Händlerprogramm und vor allem die vergrößerte Zeichnerallee ins Auge. Auch hier war die Verwunderung unserer Begleiter etwas größer, denn so etwas kannte man von anderen Cons nicht. Auch wenn es gerade in Japan öfter vorkommt, dass Dojinshi-Zeichner eine große Aufmerksamkeit bekommen, ist dies in Deutschland jedoch weniger gang und gäbe. Die DoKomi hingegen legt großen Wert darauf, die Szene selbst mit in das Programm einzubeziehen. Das zeigt sich an vielen unterschiedlichen Orten. Zum einen werden Zeichnerallee, aber auch die Fanstände immer weiter ausgebaut und dabei werden nicht einmal Standgebühren verlangt. Eine einfache Anmeldung genügt meist. Auch kann man sich für ein Treffen einen Raum geben lassen oder an einigen der sozialen Events teilnehmen, wie dem Con RPG, dem Speed-Dating, oder aber den meet THE People System, bei dem man sich anmeldet und dann Nummern bekommt. Diese haben drei unterschiedliche Farben und Bedeutungen. So kann man einfach Freunde suchen, einen Partner oder auch einen gleichgeschlechtlichen Partner. Sieht man dann jemanden auf der Veranstaltung, der die Aufmerksamkeit erweckt hat, kann man ihm am Stand eine Nachricht dank seiner Nummer hinterlassen. All das sind Dinge, die vor allem Jenny sehr interessant fand, die Conventions eher anders gewohnt war. Ihrer Meinung nach war es sehr erfrischend und interessant, dass es überall etwas zu sehen und entdecken gab. Und sie hat recht.

Wahrscheinlich ist es gerade für diejenigen, die noch nie auf der DoKomi waren interessant zu sehen, wie an jeder Ecke irgendetwas neues vor sich geht, dass man eventuell noch gar nicht kennt. Wer also keinen genauen Zeitplan hat und sich nicht schon seit Jahren auf der DoKomi aufhält, der sollte vielleicht einfach mal ein wenig umherschleichen und sich umsehen. Es gibt quasi überall etwas zu entdecken. Und wenn es nur einige gute Cosplayer an den Fotostationen sind.

 

Doch gerade dadurch, dass die Con erneut größer wurde, kam erneut ein Problem auf uns zu, dass wir in all den Jahren dank der, zugegebenermaßen sehr ansehnlichen Location immer wieder haben. Dank der Anordnung sehen viele Orte gleich aus und die Orientierung kann ziemlich darunter leiden. Leider hat man nur einige Wegweiser gefunden und oftmals konnten auch Helfer uns nicht ganz so gut helfen, weil sie ebenfalls verständlicherweise etwas verwirrt waren.

 

Doch nun zu einem der interessantesten Orte, an denen man am Samstag sein konnte: der Showroom, beziehungsweise die Hauptbühne. Nach den Problemen im letzten Jahr, da viele nicht aufrücken wollten und auch das Schlangestehen meist etwas durcheinander war, griff man dieses Mal auf ein anderes System zurück, dass sich ziemlich gut geschlagen hat. Anstatt dass man beide Türen als Ein- und Ausgang verwenden konnte, diente dieses Mal nur einer als Eingang, während der andere lediglich als Ausgang fungierte. Dies hatte zur Folge, dass man die Schlange besser organisieren konnte – auch so, dass sie nicht gerade im Weg war – und besser einschätzen konnte, wie viele Personen noch Platz hatten. Außerdem lief dadurch alles schneller ab und es gab weniger Verzögerungen.

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Bereits um 11 Uhr startete man also mit Eröffnung, bei der noch einmal alle Ehrengäste vorgestellt wurden, Danksagungen und Reden zum Besten gegeben wurden und auch die Programmpunkte noch einmal durchgegangen wurden. Nach dieser unterhaltsamen und informativen Veranstaltung folgte die Showgruppe Serenata, die dieses Jahr leider tatsächlich die einzige ihrer Sorte war. Es war interessant zu sehen, wie sie ihre Show aufbauten und mit ihrem Stück rund um drei Geschwister die Zuschauer in ihren Bann zogen. Sogar so sehr, dass einige sich weigerten auf die Toilette zu gehen und dann beinahe einen Unfall hatten. Das Stück nahm einige Zeit in Anspruch und sie konnten auch immer wieder mit einigen interessanten oder lustigen Requisiten punkten.

 

Danach folgte der EuroCosplay Vorentscheid, bei dem, wie der Name ja bereits vermuten lässt, Kandidaten für die EuroCosplay Meisterschaft für Deutschland ausgesucht werden. Von witzig bis dramatisch, von schlicht bis pompös war auch dieses Mal wieder alles vertreten. Allerdings wurde auch dieses Mal wieder klar, dass die Teilnehmer an Cosplay-Wettbewerben größtenteils weiblich sind. Das Rennen machten dieses Mal von Platz drei bis Platz eins KuraiOfAnagura als Link aus „The Legend of Zelda“, Chiko-chan als Totooria aus „Atelier Totori“ und Symphonia als Rapunzel aus „Tangled“.

 

Bereits kurze Zeit später ging es heiß her auf der Bühne, denn der beliebte Dance Off Contest öffnete seine Pforten.

Aber auch musikalisch gab es einiges zu sehen. Nicht nur trat Chocolatex3Music mit deutschen Anime Openings und Endings auf, auch Shiroku war zu sehen und hören. Doch auch einer der Ehrengäste gab sich die Ehre.

Machigerita betrat ebenfalls die Bühne und bewies, dass seine beliebten Online-Videos nicht nur Show sind, sondern dass er tatsächlich gesanglich und in Sachen Präsenz einiges auf dem Kasten hat. Er brachte die Menge dazu, sich zu erheben und mit ihm vor der Bühne die Show mit dem ganzen Körper zu genießen.

 

Doch auch wer sich lieber ein wenig selbst beschäftigen wollte, konnte dies tun. Zum einen gab es dafür drei Workshopräume, die Kurse für Origami, Chrunchyroll, Schreiben, Cosplayteile bauen, Synchronisation, Bento, Schnittkonstruktion, Schuluniformen nähen, Petticoat und Reifröcke, Perrücken verdichten und zweifarbig gestalten oder das Tanzen für Gäste bereithielten.

Ansonsten lohnte sich auch immer ein Besuch bei der offenen Cosplaybühne, den Host-Club Sweet Spice und dem Maid-Cafe Lucky Chocolate oder dem Retro-Gamingroom, der ein wenig an eine alte Spielhöhle erinnerte. Wer sich mit Traiding Cards auskennt, der findet auch jedes Jahr einen speziellen Raum nur für Spieler.

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So viel zum Thema Tagesprogramm, doch das war bei weitem noch nicht alles.

Denn auch der Abend bot noch einiges an Spaß. Zum einen wäre da der alljährliche Cosplayball, zum anderen die Choclate-DisKo, welche jedoch beide ein Zusatzticket verlangten. Gerade der Cosplayball war jedoch so schnell ausverkauft, dass viele leider keine Karte mehr bekamen.

Der Ball stand dieses Mal ganz im Zeichen der Royals, was sich unter anderem natürlich an der Kleiderordnung zeigte. Wer sich also fein gekleidet hatte und sich zumindest rein optisch zu den Royals zählen konnte, der durfte einen Abend wie in einer anderen Welt verbringen. Musik, die für Standardtänze gedacht war und Tanz untermalte die Atmosphäre und schaffte so sicherlich für den einen oder anderen besondere Erinnerungen.

Die Disco wiederum war in Sachen Kleidung etwas ungezwungener, dafür ging es bei der Musik jedoch auf einer anderen Ebene heiß her. DjKnuX, Zenos, DjBrainShit und DJ Sharpnel heizten mit ihren Dance-Beats der tanzwütigen Masse ganz schön ein. Natürlich stand dabei japanische Musik wieder komplett im Vordergrund.

 

Nach einem langen Tag endete der Samstag also und ließ noch einen weiteren Tag für alle interessierten offen.

 

Der Sonntag war kühl und windig und obwohl wir dank diesen Umständen eher mit weniger (leicht bekleideten) Cosplayern draußen gerechnet hatten, wimmelte es trotz allem vor sehenswerten Kostümen. Auch wenn das Wetter leider nicht immer mitspielte. Dieses Mal richteten wir unser Augenmerk auch ein klein wenig mehr auf die Straße oder viel mehr dem, was davor zu finden war – die Absperrungen.

Die letzten Jahre konnte man beobachten, dass es gerade mit dem Verkehr auf der zum Glück nicht all zu stark befahrenen Straße immer wieder Probleme gab, da viele Besucher einfach über die Straße und hinüber zum Rhein liefen. Das wurde nun stark eingedämmt. An der gesamten Straße standen Absperrungen, die verhindern sollten – und dies mit der größten Wahrscheinlichkeit auch taten – dass Besucher eben genau dies taten. Auf der einen Seite war dies sehr praktisch, löblich und trug zur Sicherheit bei, auf der anderen Seite hatte es teilweise recht lange Laufwege zur Folge, sollte man wirklich einmal auf die andere Seite wechseln wollen. Grund dafür war, dass es quasi nur zwei Übergänge gab, an denen zusätzlich noch einmal Personal stand, das notfalls den Verkehr aufhielt.

Sicherlich kein Beinbruch und man kann schon dankbar dafür sein, dass sogar Personen dafür sorgen, dass das hübsche Cosplay nicht durch einen Aufprall mit einem Auto zerstört wird, trotz allem machte sich bei einigen Besuchern leider ein klein wenig Missmut breit.

 

Wie immer war auch dieses Mal der Sonntag ein klein wenig ruhiger, wenn auch kaum merkbar. Und so startete auch der letzte Tag der Woche mit ein klein wenig Musik. Dieses Mal von Sankaku. Das Trio hat es sich zur Aufgabe gemacht, Anime Songs neu zu interpretieren und zeigte so eine andere Seite der uns so bekannten Musik.

 

Eines der Highlights war doch wie jedes Jahr die Charakterversteigerung. Für alle, die es noch nicht kennen hier eine kleine Erklärung, alle anderen dürfen natürlich bis an den nächsten Absatz springen. Bei der Charakterversteigerung geht es darum, dass man sich als der Charakter ersteigern lässt, den man darstellt. Als solcher verbringt man dann zwei Stunden mit seinem Ersteigerer und tut alles, was noch rechtens ist und auf das man Lust hat. Das so gesammelte Geld wird jedes Jahr für einen guten Zweck gespendet. Und jedes Jahr wird der Betrag dank ein oder zwei spektakulären Aktionen übertroffen.

 

Und auch dieses Jahr war die Menge bereits schon vorher auf ein großes Event eingestellt. Trotz allem schienen dieses Mal etwas weniger Zuschauer auch biet-bereit zu sein. Aus diesem Grunde viel vor allem einer auf: Indiana Jones. Klingt komisch? Das war es auch. Der junge Mann mit dem bekannten Cosplay ersteigerte sich eine Figur nach der nächsten und hatte bald seine eigene Gruppe, die anfing, mit ihm zusammenzulegen.

Normalerweise ist das Highlight jedes Jahr die Maid-Gruppe, die für ihren Herrn oder ihre Herrin immer einiges zu bieten hat, doch leider konnten sie dieses Jahr mit einem Endgebot von 600 Euro ihren Rekord nicht knacken. Dafür zeigte sich am Ende ein großes Phänomen, dass es so auch noch nicht gab.

Während die rechte Zuschauerseite mit Indiana Jones einen starken Bieter hatte, gab es auch auf der linken Seite einen Herrn, der immer wieder sein Glück versuchte, jedoch meist noch überboten wurde. Auf seinen Satz „Lass mich doch auch einmal etwas ersteigern“ und dem davon ausgelösten Lachen, beschlossen einige um ihn herum, ihm ein wenig Geld für das Gebot zuzustecken. Das ließ sich die Indiana Jones Gruppe natürlich nicht gefallen. Und so steckte das Spenden und Sammeln auf beiden Seiten den gesamten Saal an. Irgendwann war es die komplette rechte, gegen die linke Seite. Von überall wurde plötzlich Geld durchgegeben und anstatt zu bieten, schienen die beiden in der Mitte der Geldpools plötzlich nur noch am zählen zu sein. Während sich mir schon die Frage stellte, was mit dem Geld passiert, wenn eine Seite überboten wurde, da es unmöglich ist, zu wissen, wer wie viel gegeben hat, machte man nach einiger Zeit einen einfachen Schluss, indem beide Seite schlicht und ergreifend zusammenlegten und sich ihre Ersteigerung teilten. Die beiden Mädchen verkleidet als Pokemon wussten wohl auch nicht so recht, wie ihnen geschah, als sie plötzlich für über 1.100 Euro ersteigert wurden.

Wie immer war die Ersteigerung also wahnsinnig humoristisch, gut moderiert und brachte im Endeffekt jede Menge Geld für einen guten Zweck. Was will man mehr? Das Publikum hatte Spaß, die Ersteigerten auch – eine absolute Win-Win Situation nennt man das wohl.

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Es folgten zwei weitere Cosplayveranstaltungen. Zum einen gab sich Amazing Japan mitsamt seiner vier Cosplay-Ehrengästen die Ehre. Mit dabei hatten sie die Japanerin Reika, die international dank ihrer besonderen Cosplays sehr viel Aufmerksamkeit bekommt. Sie gehört quasi zur Cosplay-Elite weltweit. Auch mit dabei war Chamomile, die jedoch vor allem durch ihr Make-Up „glänzt“, denn sie schafft es auch die teilweise unnatürlichen Looks mancher Anime-Serien so auf ihr Gesicht zu zaubern, dass sie selbst aussieht, als sei sie einer solchen Serie entsprungen.

Liui Aquino von den Philippinen zeigte, dass auch Männer zu den Top-Cosplayern dieser Welt zählen und überraschte mit seiner freundlichen und offenen Art. Seine große Fangemeinde wurde mit Sicherheit noch einmal ein wenig größer an diesen beiden Tagen. Wer sich vor allem für süße Videospielcharaktere interessiert, der dürfte bei der taiwanesischen Cosplayerin Misa an der richtigen Adresse gewesen sein.

Diese vier stellten sich vor, zeigten sich und waren ansonsten immer wieder auf der DoKomi zu finden, wenn man die Augen nach ihnen offen hielt.

 

Kurz danach folgte der DMC – der Deutsche Cosplay Meisterschaft Vorentscheid. Bei den Einzelcosplays durfte man auch dieses Jahr wieder einiges an Show erwarten und wurde nicht enttäuscht. Platz vier machte Jana S. (Shikitty) als Grell Sutcliff aus „Black Butler“, Platz drei belegte Janine B. (Yumee) als Nozomi Tojo aus „Love Life! School Idol Festival“. Zweitplatzierte wurde Nicole M. (FallenWings) mit ihrem Yukio Okomura Cosaplay aus der Serie „Blue Exorcist“. Den Vorentscheid für sich entscheiden konnte Ilona A. (Iloon) als Kirito aus „Sword Art Online“.

 

Eine weitere kleine Überraschung war Shinji Schneider, der nach seiner Pause nun auch einmal auf der Bühne der DoKomi zu sehen war. Der Szene-Komiker brachte sein neues Programm mit sich. „The Show must go on!“ hieß das Programm und genau so war es auch. Mit seinem Programm rund um alte Anime-Serien und Games sprach er so manchem Fan sicherlich wieder aus der Seele und beschäftigte sich gewohnt gekonnt mit seinem Publikum.

 

Letzte auf der Bühne war die Sängerin Horrorkissen, die Anime Songs zum Besten gab. Während die meisten die sympathische Sängerin mit der trainierten Stimme genossen, stürmte jedoch ein unbekannter auf die Bühne, der meinte, sich ein Mikro schnappen zu müssen und einige Dinge bekannter Anime-Serien zu Spoilern. Bevor die meisten überhaupt wussten was passiert war, waren er und sein Freund, der das ganze offensichtlich mit dem Handy festhielt auch schon wieder verschwunden.

Trotz allem war es ein gelungener Auftritt, der auch ein wenig Showeinlage seitens Naruto bot.

Und so schloss sich das Programm nach den Siegerehrungen und der Abschlussveranstaltung.

 

Natürlich hatte auch der Sonntag wieder einiges an Workshops zu bieten. Egal ob ihr euch für die japanische Sprache, das Leben als Manga-ka in Tokyo, Colorationstechniken, Aquarell, Dangos nähen, Bodypainting, Digital Dj.ing, Videos, Synchonisation oder Rüstungsbau interessiert, für alles gab es einen Kurs. Auch das Rahmenprogramm war natürlich Sonntags vorhanden.

 

Alles in allem war die DoKomi also wieder genau so, wie wir sie die letzten Jahre beschrieben haben, nur erneut besser organisiert und größer. Eine der freundlichsten, familiärsten und mittlerweile größten Cons, die sich sehr auf die Szene und Besucher selbst konzentriert. Und genau das macht sie mit Recht so wahnsinnig beliebt.

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Nun aber noch die Meinung unserer Begleitungen, die uns eine Sache genau gezeigt haben – eigentlich ist es egal, wie lange und warum man auf einer Con ist, irgendwie ist man immer erstaunter Besucher.

 

Tatsächlich erstaunte sie die das Düsseldorfer Congress Center das zwar innen ein wenig unübersichtlich sein kann, jedoch schöne helle Gänge und trotz der vielen Menschen noch genug Platz zu Laufen bietet. Auch der Innenhof in dem Raucher eine Pause machen können, ohne das Gelände verlassen zu müssen. Auch die Lage direkt neben den Nordpark und Rhein und das recht weitläufige Gelände sind eine schöne Abwechslung zu anderen Cons. Und das man immer wieder gratis Wasserspender findet zeigt, dass man sich auch Gedanken um die Gäste macht.

Im Vergleich zu anderen Veranstaltungen, die Jenny bisher besucht hatte, fand sie die DoKomi ziemlich gut organisiert und war vor allem von den beiden großen Händlerräumen und deren große Auswahl sehr überrascht. Auch das man einige etwas ältere Besucher oder sogar ganze Familien sieht ist ein gutes Zeichen und dürfte ruhig öfter passieren.

Simon ist natürlich eine ganze Menge aufgefallen, an das sich wohl jeder noch erinnern wird, wenn er an seine erste Con zurückdenkt. Für ihn war aber vor allem auffällig wie ruhig, angenehm und freundlich eine so große Veranstaltung von statten gehen kann. Und vor allem auch, wie groß das Ganze dann tatsächlich war.

Selbst als größere Gruppe oder als Paar hat man hier eigentlich keine Probleme beieinander zu bleiben, oder sich zu treffen, wenn man denn seinen Weg findet. Und gerade Veranstaltungen wie der Ball sind natürlich gerade auch für Paare optimal um Erinnerungen zu erschaffen.

Doch trotz alledem bleib ihnen vor allem die Charakterversteigerung im Kopf und wird es wohl auch bleiben.

 

Auch die Ehrengäste wie beispielsweise Gitarrist Hizaki, Machigerita, deutsche Mangaka wie Mikiko Ponczeck, Luisa Velontrova, Martina Peters, Chasm und Matrin Geier, die internationalen Cosplayer und natürlich Synchronsprecherin von Sailor Star Fighter Ditte Schupp hinterließen bleibenden Eindruck.

Fazit!

Und so können wir alle einstimmig wieder nur sagen: Vielen Dank DoKomi 2015. Es war schön mit dir, wir haben viele Fotos und Erinnerungen mitgenommen und hoffentlich sehen wir uns bald wieder!

Hier eine klare Empfehlung an jeden Fan der Szene, wer die Möglichkeit hat, sollte sich die DoKomi 2016 am 30.04 und 01.05 nicht entgehen lassen!

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