D.T.R

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Bildcopyright: D.T.R

Wer auf kernige Drums, melodiöse Gitarren, einen eigenwilligen Bass und eine umfangreiche Singstimme steht und sein Herz zudem am Hard-Rock verloren hat, der sollte sich einmal ein paar Songs von D.T.R zu Gemüte führen.

Profil

D.T.R wurde im Jahre 1994 vom Bassisten Taiji Sawada, zuvor u.a. bei Loudness und X Japan, ins Leben gerufen. Mit an seiner Seite standen Sänger Mitsuo Takeuchi (ex-Joe-Erk), Gitarrist Taiji Fujimoto (ex-Dancer, ex-Judy and Mary) und Drummer Toshihiko Okabe. Als Support-Gitarrist trat Ichiro in Erscheinung und das Keyboard spielte, ebenfalls als Support-Mitglied geltend, Shigeo Komori.
Der Bandname diente damals als Kürzel für „Dirty Trashroad“. Dies war auch gleichzeitig der Name ihres ersten Albums, welches im Juli erschien, zeitgleich mit dem Mini-Album „Dirty Trashroad~Acoustic“. Auf Letzterem findet sich unter anderem auch der Song „Voiceless“ wieder, bei dem es sich um eine umgeänderte Version des X Japan-Songs „Voiceless Screaming“ (zu finden auf dem „Jealousy“-Album, '91) handelt. Die Melodie blieb erhalten, jedoch wurde der Text von Mitsuo neu geschrieben. Die Musik stammte in beiden Fällen aus Taiji Sawadas Feder.

Im August stieß Tomoyuki „TOMO“ Kuroda als zweiter Gitarrist zur Gruppe und zum Ende des Jahres hin erschienen sowohl ein Live-Video als auch ein Buch unter dem Titel „Drive To Revolution“. Bald darauf verließ jedoch Drummer Toshihiko die Band und tauchte später bei der Formation The Eyescream auf. Für ihr zweites Studio-Album „Daring Tribal Roar“ wurden D.T.R daher von Kazuhisa „Roger“ Takahashi (ex-X-Ray) an den Drums unterstützt. Das Album erschien im Mai 1995, zusammen mit der ersten und auch einzigen Single-Auskopplung „CHAIN [Kizuna]“.

Im Juli wurde Kenji Shimizu den Fans als offizieller Keyboardspieler vorgestellt. Doch trotz eines festen Line-Ups von nun insgesamt sechs Personen sowie einem nicht zu verachtenden Erfolg als Band zog sich Mitsuo im April 1996 zurück. Im August erschien noch ein Album, welches wiederholt den Titel „Drive To Revolution“ aufgriff und aus einer Sammlung von Live- und Remix-Versionen bestand, bevor es mit D.T.R erst einmal vorbei war. Ein offizielles Statement, was der Grund für die Trennung war, hatte es nicht gegeben.

Mitsuo begann noch im selben Jahr seine Solo-Karriere, gründete später dann die Formation Funk Rocket und spielte in der Mötley Crüe-Tribute-Band Hot Rod Crüe mit.
Auch Roger war bei Funk Rocket involviert sowie bei Velvet Spider. Außerdem spielte er mit The Sons, Resistance und den Pugs zusammen.
Taiji Fujimoto fand sich bei Groove Master und anschließend bei THE DEAD P☆P STARS wieder.
Kenji Shimizu bot seine Dienste verschiedenen Künstlern an, darunter unter anderem Animetal Lady und Kotani Kinya.
Taiji Sawada hingegen erlebte eine persönliche Krise und war mehr als zwei Jahre lang obdachlos, bevor er sich wieder aufrappelte und die Bands Cloud Nine sowie Otokaze ins Leben rief.

Im Juni 2006 passierte dann das, womit kaum einer gerechnet hätte: D.T.R fanden sich in ihrer letzten Besetzung zusammen und standen wieder gemeinsam auf der Bühne. Im August des Folgejahres 2007 erschien dann auch die erste Veröffentlichung seit ihrem Comeback: Die Maxi-Single „Wisdom/Lucifer“ wurde durch Eigenvermarktung vertrieben, da die Band noch keine neue Plattenfirma gefunden hatte. Doch trotz des neuen Elans, den D.T.R erlangt zu haben schienen, kam es bald zu einem erneuten Bruch: Im November 2009 wurde die Auflösung bekannt gegeben. Der Grund lag zum einen im Bereich des Copyrights, wodurch sich einige Mitglieder des Staffs von D.T.R sämtliche Einnahmen aus dem Verkauf der Musik und des Merchandisings unter den Nagel gerissen hatten. Zum anderen gab es auch bandintern verschiedene Ansichten darüber, wie es musikalisch zukünftig weiter gehen sollte, wodurch Mitsuo, Taiji Fujimoto, Roger und Kenji aus der Band ausstiegen. Somit blieben nur noch Sawada und TOMO übrig.

Sawada ließ sich davon jedoch nicht so schnell unterkriegen: Er plante eine Neuformation von D.T.R und das Kürzel sollte zukünftig auch nicht mehr für „Dirty Trashroad“, sondern für „Death To Rive“ stehen. Allerdings ließ sich dieses Vorhaben für ihn nicht mehr umsetzen, da er zunächst mit anderen Bandprojekten wie Cloud Nine, Taiji with Heavens und TSP beschäftigt war. Auch fanden 2010 zwei Auftritte mit seiner alten Band X Japan statt. Im Juli 2011 verstarb Taiji jedoch unerwartet. Eine Weiterführung von D.T.R durch ein anderes Mitglied ist seither nicht bekannt.

Musikstil

Die Musik von D.T.R hat einen sehr westlichen Sound. Drums und Bass bieten eine erdige Grundbasis, wobei es sich Sawada auch hier nicht nehmen lässt, seinen Bass gelegentlich mehr wie eine Gitarre zu spielen, wofür er schon bei X Japan bekannt war.
Mitsuos Gesangsstil ist sehr umfangreich und reicht von rauchigen, tiefen Tonlagen („Cybernetic Crime“, „Duel Beast“, „Border Line“) bis hin zu hohen, kehligen Tönen im Stil des AC/DC-Sängers Brian Johnson („I believe...“, „Dirty Winner“, „I do“).

Generell ist D.T.Rs Musik handfester, lebhafter und abwechslungsreicher Hard-Rock, dennoch waren die Jungs auch in der Lage, sensible und berührende Balladen zu spielen, ohne das gängige Rock-Balladen-Klischee zu bedienen („Empty Room“, „First Small Song“, „Voiceless“). Gelegentlich ließen sie auch Country- („On the Road“) oder Psychedelic-Elemente („Kaleidoscope -magical sense doors-“) in ihre Songs miteinfließen.

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