2015-05-19 - Streit um das neue Olympia Stadion
Geschrieben vonQuelle: japanmarkt.de
2020 sollen in Tokyo die Olympischen Spiele ausgetragen werden. Im Rahmen dessen plant die Stadt seit Langem den Bau eines neuen Olympia Stadions. Das alte Stadion von 1964 ist bereits abgerissen und das neue bisher nur auf dem Papier existent. Doch so wirklich will keine Einigung über den Umfang sowie die Finanzierung eintreten.
Als Stararchitektin konnte Zaha Hadid gewonnen werden, die das erste verschließbare Dach in der Olympischen Geschichte in das neue Gebäude integrieren sollte. Die Kosten für diesen futuristischen Luxus-Spaß würden sich auf rund 300 Milliarden Yen (ca. 2,2 Milliarden Euro) belaufen. Doch der Preis ist vielen zu hoch. Es kam bereits zu Protesten von Anwohnern, Architekten und Stadtplanern.
Architektin Hadid hat ihren ursprünglichen Entwurf bereits überarbeitet. Zudem kam vom Sportminister Hakubun Shimomura der Vorschlag, vorerst auf das verschließbare Dach zu verzichten und es erst nach den Olympischen Spielen einzubauen. Auch könnten 30.000 der insgesamt 80.000 Sitzplätze provisorisch sein, um sie nach den Spielen wieder abzubauen. Durch diese Änderungen ließen sich die Baukosten auf geschätzte 169 Milliarden Yen senken.
Geplant ist der Beginn des Neubaus gegenwärtig für Oktober diesen Jahres und zur Rugby-Weltmeisterschaft 2019 soll er bereits eingeweiht werden. Shimomura forderte nun die Stadtregierung Tokyos dazu auf, sich mit 50 Milliarden Yen an den Baukosten zu beteiligen. - Für Bürgermeister Masuzoe offenbar eine überraschende Wende, denn er will von solchen Plänen zuvor noch nichts gehört haben. „Es bringt nichts, immer wieder zu sagen, dass wir das Stadion bauen können“, sagte er und verglich dies mit der Kaiserlichen Armee im Zweiten Weltkrieg, die stets vom Sieg redete, obwohl sie bereits am verlieren war.
