D=OUT live in München

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Bildcopyright: D=OUT

Fast ein Jahr nach ihrer ersten Europatour kehrt die mit ihren vier Jahren mittlerweile etablierte Visual Kei Band D=OUT zurück. Gab es letztes Jahr nur zwei Konzerte in Köln und Berlin, wurde Deutschland diesmal mit drei Konzerten beschenkt, wobei neben Köln zum ersten Mal Hamburg und München besucht wurden.

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Es waren die besten Voraussetzungen für ein Konzert: Warm und sonnig. Kein Wunder also, dass sich dutzende Fans bereits recht früh zur Autogrammstunde in den Neo Tokyo Store in München begaben, die die Band um kurz nach 17 Uhr eine Stunde lang dort abhalten sollte. Kaum war diese zu Ende, hieß es aber auch schon schnell die Location wechseln und zum Backstage fahren, wo das finale Konzert der Europatour stattfinden sollte.
Das Backstage ist ein Sammelsurium an Clubräumen, der für D=Out zwar recht klein, dafür aber umso gemütlicher für die ca. 200 Fans war, die sich eingefunden hatten. Vom Clubraum selbst konnte man nach oben auf die Balustrade blicken, hinter deren Türen der Backstagebereich lag, wie man wenig später feststellen sollte.

Um Punkt 20 Uhr betrat ein Moderator kurz die Bühne, fragte das wartende Publikum, ob sie bereit wären und kündigte endlich D=OUT an! Nur Sekunden später öffneten sich die Türen auf der Balustrade und nacheinander trauten sich vier der Mitglieder heraus, um über eine kleine Treppe auf die Bühne zu gelangen. Unter lautem Jubel wurden Schlagzeuger Minase, die Girarristen Ibuki und Hikaru sowie Bassist Reika empfangen, die an ihre Instrumente gingen und kurz warteten, bevor auch Sänger Kouki unter begeistertem Kreischen die Bühne betrat. Dann allerdings ließen sie sich nicht lange bitten und stimmten gleich den ersten Song "Carnival Ukyo" von ihrem gleichnamigen neuen Album an. Weiter ging es mit "Miyouou Orion" und "Shangri La". Gleich in den ersten Minuten bzw. ersten Songs zeichnete sich ab, was wegweisend für den Abend werden würde: die Interaktion mit den Fans. Bereits nach kurzer Zeit kamen sie immer wieder nahe an den Bühnenrand heran, trieben und heizten die Menge an. Auch kleineren Neckereien, die vor allem von Hikaru ausgingen, blieben natürlich nicht aus. Als ein wahrer Gesichtsakrobat schnitt er die unterschiedlichsten Grimassen und leckte sich über die Lippen, erfreute und belustigte die Fans so gleichermaßen.

Mit "Gekokujou" stimmte die Band dann die erste Ballade des Abends an, bevor in "Noraneko to (Onpu)" vom Publikum an den passenden Stellen "meow" gerufen wurde. Freudig überrascht begannen D=OUT zu lächeln und sahen, wie viel Spaß die Fans daran hatten, für diesen Song die Katzen zu spielen. Mit „Satellite TV“ wurde der Takt dann langsam wieder schneller, bevor mit "Shisei –tatoo" die zweite Hälfte der schnelleren Songs eingeläutet wurde, die den Fans kaum Verschnaufpausen lassen sollte. Gerade bei diesen Songs fiel auf, dass die Instrumente leider etwas zu übersteuert waren, was besonders zu Ungunsten Koukis ging, der gegen die lauten Gitarren ankämpfen musste.

Die MC's während des Konzertes bestanden zwar überwiegend aus einem noch holprigen Englisch, doch präsentierte Kouki immer wieder auch seine fleißig gelernten Deutschkenntnisse. Mehrfach beteuerte er, wie sehr ihnen Europa und Deutschland gefiele. Gemeinsam mit den Fans würden sie einen unvergesslichen Abend schaffen, der in ihren Herzen eingebrannt sein würde. Spätestens ab diesem Zeitpunkt gab es beim Publikum kein Halten mehr und auch die Band steigerte die Intensität ihrer Performance zusehends mit jeder Minute – bis Kouki das Mikro ausfiel. Schnell gab er es einem Staffmitglied - die Fans kümmerte diese Zwangspause jedoch kaum, lautstark bejubelten sie die Band und insbesondere Kouki, der ob des Patzers zunächst einen Moment etwas ratlos auf der Bühne stand und nicht wusste, was er tun sollte. Als er das Mikro wiederbekam, es nach wie vor nicht funktionierte und somit erneut zurückgegeben werden musste, stimmte er allerdings in das Lachen des Publikums ein, die diese Pause weniger als solche empfand, sondern als kleines Intermezzo zwischen zwei Songs.
Gitarrist Hikaru wollte die Gunst der Stunde nutzen und selbst mal ein wenig mit den Fans kommunizieren, doch auch sein Mikro versagte ihm den Dienst und entweder bemerkte er es nicht – oder es war ihm schlichtweg egal. Diejenigen in der ersten Reihe hatten jedoch das Glück, nicht nur Hikarus Gesten, Luftküsse, Herzen etc. wahrzunehmen, sondern ihn auch zu verstehen. Derweil bekam Kouki nun zum zweiten Mal ein Mikro in die Hand gedrückt, das sogar zu seiner eigenen Überraschung funktioniert (wohl jeder im Club hatte damit gerechnet, dass es erneut ausfallen würde). Nun da Kouki wieder die "Redemacht" hatte, scheuchte er Hikaru von dessen Mikro weg und die Show konnte weitergehen. Die Fans durften zu Songs wie "Tachikaze yokuchou", dem neuen "SUNRISE" oder „Kimon“ tanzen, springen und headbangen. Auch vor Fanservice machte die Band nicht halt, bediente sich jedoch nur der Lightvariante, wie Rücken an Rücken (oder gegenüber des anderen) zu spielen oder sich aneinander zu lehnen - was auch viel mehr zu der Band passt als übertriebener, künstlich wirkender Fanservice. Lediglich Kouki konnte es nicht lassen und hüpfte im Laufe des Abends gleich zweimal in die Menge – wurde jedoch nach kurzer Zeit immer wieder von den Staffmitgliedern zurückgeholt, sodass er sich mit Händen abklatschen in den ersten Reihen begnügen musste.
Mit "Hanasaki beauty", bei dem die Fans viel lauter und flüssiger mitsingen konnten, als bei diversen anderen Songs, bei denen Kouki das probiert hatte, schloss der Hauptteil des Abends.
Noch ein letztes Mal winkten sie ihren Fans von der Balustrade aus zu, bevor sie Backstage verschwanden. Es dauerte nur wenige Sekunden, bis die Encore (Zugabe) Rufe einsetzten, abebbten und wieder anfingen.

D=OUT ließ sich im Gegensatz zu manch anderen Bands nicht lange bitten. Unter lautem Jubel traten sie erneut aus dem Backstagebereich, diesmal mit den Tourshirts bekleidet und enterten noch einmal die Bühne.
Als Kouki den ersten Song der Zugabe ankündigte, ging ein Begeisterungssturm durchs Publikum. Es schien, als ob viele nur auf "Aoi Tori" gewartet hätten.
Anschließend – und etwas verspätet möchte man meinen – wurden die einzelnen Bandmember vorgestellt, angefangen bei Schlagzeuger Minase. Der erzählte auf Englisch mit ein bisschen Deutsch, wie sehr ihm der Abend gefiele und dass er die Fans liebe, bevor ein Chant zu seinem Namen einsetzte und Bassist Reika an der Reihe war. Der setzte noch eins drauf und versuchte es nur auf Deutsch – zückte dazu allerdings noch ein Wörterbuch, das nur wenige Augenblicke später ins Publikum flog. Allerdings hatte er noch eine kleine Überraschung für die Fans – ein gemeinsames Kame-hame-ha, das sie alle gemeinsam ausführen sollten! Weiter ging es mit Hikaru, der lieber auf Japanisch und Englisch setzte, wenngleich das obligatorische "Ich liebe euch!" ebenfalls auf Deutsch war. Anschließend wurde er von Reika und Kouki gepackt, die so taten, als würden sie ihn ins Publikum werfen wollen – ihn aber zur Enttäuschung der Fans wieder absetzten. Auch Ibuki und Kouki taten es ihren Kollegen gleich. Kurz darauf ging es mit "Natsu Matsuri" weiter und D=OUT bewies, dass sie noch lange nicht all ihre Energien verbraucht haben, sondern scheinbar noch ewig so weiter machen könnten. Der letzte Song an dem Abend wurde das bereits gespielte "SUNRISE", bei dem Kouki diesmal jedoch Tränen kamen, da auch er wohl erst jetzt wirklich realisierte, dass es nach diesem Song vorbei sein würde. Die anschließende Verabschiedung zog sich so lange hin, dass man den Eindruck bekam, die Band wolle die Bühne gar nicht mehr verlassen. Unzählige Fotos wurden mit D=OUT vor ihren begeisterten Fans geschossen, Digicams, den privaten Handys, ganz egal. Außerdem stellte Kouki noch einige der Staffmitglieder vor, die im Bühnebereich darauf achteten, dass alles glatt lief - Tontechniker oder auch welche, die vorbereitend arbeiteten. Kouki versprach, dass D=OUT nicht das letzte Mal in Europa gewesen sein werden und dass er die Fans liebe. Danach warfen sie so ziemlich alles in Publikum, was sie auf der Bühne finden konnten, bevor sie noch ein letztes Mal auf der Balustrade gefeiert wurden und dann endgültig verschwanden - das Konzert war vorbei.
Ein Konzert voller Energie, das auch Nicht-Fans großen Spaß bescherte.
Und eines ist sicher: Auch die Fans würden diesen Abend nicht so schnell vergessen.

 

Setlist:

Intro - Fanfare
01. - CARNIVAL Ukyo
02. -  Myoujou Orion
03. -  Shangri La
04. - Goku
05. - Koi no Vacance
06. - Gekokujou
07. - Noraneko to (Onpu)
08. - Harukaze Shalala
09. - Satellite TV
10. - Shisei -tatoo
11. - Tachikaze yokochou
12. - SUNRISE
13. - Kimon
14. - Hanasaki Beauty

Zugabe
15. - Aoi Tori
16. - Natsu Matsuri
17. - Flashback
18. - Fender
19. - SUNRISE

 

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