DIR EN GREY live im Astra Kulturhaus in Berlin 2015

Geschrieben von Christina Christopoulos
Bildcopyright: DIR EN GREY / animepro

Vor zehn Jahren waren DIR EN GREY zum ersten Mal in Europa und hatten dabei ihren ersten Auftritt in Berlin. Heute, nach zehn Jahren, sind sie zurück in Berlin und feiern bei einem von vier Deutschlandauftritten mit der „TOUR15 THE UNSTOPPABLE LIFE“ das neunte Album „Arche“ gemeinsam mit den Fans.

Inhalt

Bereits in der Nacht vor dem Konzerttag reisten einige Fans an, um ihre Lieblingsband aus der ersten Reihe sehen zu können. Ausgestattet mit Isomatten und Decken machten sie es sich vor dem Eingang des Astra Kulturhauses bequem. Nach und nach kamen immer weitere Grüppchen an. Einige sogar aus Tschechien oder Polen um DIR EN GREY einmal live sehen zu können. Die Stimmung an diesem Tag war sehr entspannt. Es schien, als seien die Fans zusammen mit der Band „erwachsen“ geworden. Man unterhielt sich, tauschte die neuesten Informationen über die Band aus und diskutierte über das neue Album „Arche“. Obwohl es auch dieses Jahr VIP-Tickets zu kaufen gab, bei denen die Fans eine Stunde früher in das Astra Kulturhaus eingelassen wurden und ein Meet & Greet mit der Band und ein gemeinsames Foto ergattern konnten, wurde dies nicht sonderlich gut genutzt. Gerade mal um die zehn Fans nutzten diese Option. Um neunzehn Uhr begann der Einlass für die Fans mit regulären Tickets. Hier blieben ebenfalls alle sehr entspannt. Die Fans stellten sich der Reihe nach auf und betraten nach und nach die Location. Von Gedränge, wie die Jahre zuvor, war hier keine Spur zu sehen.

Wir stellten uns natürlich auch an, um für euch live dabei zu sein. Direkt nach der Taschenkontrolle gelangte man in einen Hof, der einem Biergarten glich und mit Tischen und Sitzbänken ausgestattet war. Wider erwartend saßen hier immer noch zahlreiche sehr entspannte Fans und genossen die frische Luft vor dem Klub.
Hinter der Eingangstür des Veranstaltungsortes betrat man zuerst einen Vorraum mit einer Bar und den Ständen für das Merchandising, bei denen man sich mit Fanartikeln jeglicher Art eindecken konnte. Hier waren ebenfalls nicht allzu viele Fans aufzufinden. Nur eine Tür weiter betrat man die Halle. Hier tummelten sich alle soweit es ging in die Mitte zusammen.

Um zwanzig Uhr gingen die Lichter aus und die Hardcore-Punk-Rock Vorband Rise of the Northstar aus Frankreich stürmte auf die Bühne. Mit zahlreichen schnellen Rockliedern und Aufforderungen des Sängers, versuchten sie die Menge anzuheizen. Doch leider ließ sich nur ein geringer Teil der Fans animieren, denn nicht alle waren begeistert von dem Musikstil, einer Mischung aus Metalcore und HipHop. Dennoch waren einige mit moshen und headbanging nicht aufzuhalten und wärmten sich für die Hauptband auf. Trotz nicht allzu großer positiver Resonanz spielten sie ihr volles Programm bis zwanzig Uhr dreißig und verabschiedeten sich fröhlich, indem sie dem Publikum noch viel Spaß mit DIR EN GREY wünschten.
Die nächste halbe Stunde wurde genutzt, um die Instrumente der Vorband abzubauen und für DIR EN GREY aufzubauen. Die Zeit wurde von den Fans ebenso gut genutzt, um vor dem Klub noch einmal frische Luft zu schnappen.
Nach und nach füllte sich die Halle wieder. Dieses Mal war die Halle komplett voll.

Dann war es endlich soweit. Um circa einundzwanzig Uhr gingen zum zweiten Mal an diesem Abend die Lichter in der Halle aus. Die Menge tobte und begrüßte die Band mit lautem Grölen. Drummer Shinya, Gitarrist Die, Bassist Toshiya und Gitarrist Kaoru gingen der Reihe nach entspannt auf ihre Plätze. Kaum auf den Plätzen angekommen, stimmten sie schon den Song „Soshaku“ an. Auf einer Leinwand, die den kompletten Hintergrund der Bühne ausfüllte, wurden verschiedene Bilder, passend zu den Songs, projiziert. Nun erschien Sänger Kyo aus dem Dunkeln auf der Bühne und wurde mit einem zusätzlichen, lauten Jubeln begrüßt. Mit Kreischen, tiefen Growls und Sopraneinlagen zeigte Kyo gleich zu Beginn der Show seine perfektionierten Gesangstechniken. Noch war die Menge zurückhaltend. Es waren zwar viele Arme in der Luft zu sehen, doch gab es noch keine Spur von Headbanging oder ähnlichem. Kaum endete der Song, hatte man das Gefühl, dass die Fans aus ihrer Trance von Kyos faszinierender Stimme aufgewacht sind und sie rissen ihre Arme in die Luft, sprangen und jubelten. Keiner blieb mehr still im Gegensatz zu Gitarrist Kaoru, der es bevorzugte, auf seinem Platz zu bleiben und sich kaum von der Stelle zu rühren. Dies ging genauso weiter, als die Band den zweiten Song „Cause of fickleness“ anstimmte. Die Stimmung der Fans blieb hervorragend. Es wurde getanzt, mitgesungen und gemosht. Bereits nach diesen ersten zwei Liedern war es so stickig und heiß in der Halle, dass man, ohne sich großartig bewegen zu müssen, anfing zu schwitzen. Aber dies interessierte niemanden. Ausnahmslos jeder hatte seinen Spaß, bis hin zu den letzten Reihen. Bei den langsamen Liedern wie „Tousei“ oder „Kukoku no Kyouon“ machte ebenfalls jeder mit. Die Arme der Fans blieben eisern in der Luft. Anstatt Headbanging wurde hier nun geschunkelt. Dann folgte der schnelle Rocksong „Fukai“, bei dem die Fans sofort wieder anfingen mit zu springen und zu tanzen. Dies ist ein Song, der durch seine Melodie perfekt die Aggressivität der Lyrics wiederspiegelt. Ausgelassen feierten alle die fünf Musiker aus Japan. Viel mit dem Publikum gesprochen wurde zwar nicht, allerdings suchten alle immer wieder den Augenkontakt zu ihren Fans, gaben Handzeichen und vollführten reichliche Gesten, um das Publikum zu animieren und bei Laune zu halten. Gitarrist Die warf ab und an laszive Blicke in die Menge und tanzte engumschlungen mit seiner Gitarre. Von Drummer Shinya bekam man leider nur sehr wenig mit. Kaum kam es zu den letzten Liedern, „The Inferno“ und „Revelation of mankind“, gab die Band noch einmal alle Power die sie besaß. Kaoru, Toshiya und Die wechselten die Plätze und sprangen auf der Bühne hin und her. Sobald der letzte Ton gesungen war, verließ Kyo sofort die Bühne. Die anderen Bandmitglieder folgten ihm mit einem verabschiedenden Winken ins Publikum. Das Licht blieb allerdings aus.

Die Fanmenge blieb standhaft. Nach nur wenigen Minuten wurde es unruhig und schnell wurde das japanische Wort „Ankōru“ gerufen, was im Deutschen „Zugabe“ bedeutet. Immer mehr Menschen schlossen sich den Zurufen an, sodass das Publikum immer lauter wurde. Im Takt der Zurufe klatschten alle mit. Niemand wollte jetzt schon nach Hause gehen.
Dann war es soweit. Die Band stürmte wieder auf die Bühne und griff nach ihren Instrumenten. Mit lautem Beifall und Jubel wurden sie begrüßt. Mit einem breiten Grinsen auf den Gesichtern der Bandmitglieder ging es sofort weiter mit dem Song „Un deux“. Das Publikum tobte. Nach insgesamt drei Zugaben verließ Sänger Kyo sofort die Bühne, während Kaoru, Die, Toshiya und Shinya sich noch einmal an den Bühnenrand stellten und zahlreiche Plektren und Drumsticks in die Menge warfen. Nachdem sie alles in die Menge geworfen hatten, winkten sie noch ein letztes Mal dem Publikum zu und verabschiedeten sich mit einem Lächeln.

Es wurde sofort hell in der Halle, um dem Publikum deutlich zu machen, dass es nun keine Zugabe mehr geben wird. Bis auf die Fans, die ein VIP-Ticket hatten, verließen alle anderen ziemlich schnell den Ort. Diejenigen, die ein VIP-Ticket besaßen, stellten sich am Durchgang der ersten Absperrung an, um in den Backstage-Bereich geführt zu werden, in dem sie nach der Show die Band treffen durften.
Als auch wir uns auf dem Weg nach draußen machten, konnten wir sehen, dass sich einige kleine Grüppchen am Hinterausgang sammelten, um noch einen letzten Blick auf DIR EN GREY bei deren Abfahrt erhaschen zu können. Sichtlich waren alle Besucher des Konzertes erschöpft aber auch sehr zufrieden. Es wurde wild mit den Händen gestikuliert und lautstark über die gelungene Show gesprochen. Dies war wieder einmal ein unvergesslicher Abend!

 

Setlist:
1. Soshaku
2. Cause of fickleness
3. Sustain the untruth
4. MAGAYASOU
5. UROKO
6. TOUSEI
7. RINKAKU
8. KUKOKU NO KYOUON
9. FUKAI
10. Phenomenon
11. Behind a vacant image
12. Chain repulsion
13. The inferno
14. Revelation of mankind

Encore:
15. Un deux
16. –Saku-
17. HAGESHISA TO; KONO MUNE NO NAKA DE KARAMITSUITA SHAKUNETSU NO YAMI

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