Kazé Anime Nights - Tokyo Ghoul Live Action Movie

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Bildcopyright: Kazé

Am 02. Und 27. Februar 2018 färbten sich die Kinoleinwände schwarz und rot: Die Live-Action-Umsetzung von „Tokyo Ghoul“ hatte ihre Vorführung. Wir waren am 27.2. in Neuss dabei und erlebten einen blutigen und emotionalen Film mit Biss.

Inhalt

Als eingefleischter „Tokyo Ghoul“-Fan, der alle Bände zuhause im Regal stehen hat und Merchandise ohne Ende sammelt, musste ich natürlich auch die Live-Action-Umsetzung meiner heiß geliebten Serie sehen. Ich war daher umso glücklicher, als ich die Akkreditierung für den 27.2.2018 von Kazé erhielt und den Film mit meinen besten Freunden im Kino genießen durfte!

Hier erst einmal die Handlung in Kürze:
„Im modernen Tokyo wird der Erstsemester Ken Kaneki Opfer eines Ghoulüberfalls. Zu allem Überfluss ist die menschenfleischfressende Lady auch noch sein erstes Date Liz. Bevor Ken aber ihr Dinner werden kann, stürzt ein Metallgerüst über ihnen ein. Um Kens Leben zu retten, transplantieren ihm die Ärzte Organe von Liz, da ihre Blutgruppen übereinstimmen. Danach ist nichts mehr wie vorher: Ken wird ein Halbghoul und hungert nach Menschenfleisch. In seiner Verzweiflung nehmen ihn die friedlichen Ghoule des Café Antik auf und Ken erkennt, dass nicht alle Ghoule menschenfressende Killermaschinen sind. Die Polizeiorganisation CCG sieht das aber anders und macht Jagd auf sie…“

Wir hatten eigentlich nicht viel erwartet, denn schon so mancher Live-Action-Film hatte uns enttäuscht, unter anderem der amerikanische „Death Note“-Film und die Umsetzung vom Meilenstein „Fullmetal Alchemist“. Es kam jedoch ganz anders: Regisseur Kentarō Hagiwara hat die düstere und blutige Atmosphäre der tragischen Geschichte perfekt eingefangen. Wir haben uns mehr gegruselt als beim Lesen der Manga oder beim Ansehen der Anime. Die Ghoule kamen viel bedrohlicher und vor allem realistischer denn je rüber, denn hier sahen wir die Charaktere in Fleisch und Blut, nicht als gezeichnete Figuren. Es lief mir eiskalt den Rücken herunter, als Ken mit seinem Hunger kämpfte. Die Geräusche und die Kameraführung taten ihr Übriges. Gänsehaut-Feeling pur!

Die rot-schwarzen Ghoul-Augen wirkten authentisch und geisterten angsteinflößenden Blickes durch das finstere Setting. Überhaupt ist der Film sehr düster gehalten. Es gibt kaum helle Hintergründe oder lichtdurchflutete Räume. Alles spielt sich meist in heruntergekommenen Gebäuden oder in einer abgedunkelten Wohnung ab. Selbst im Café Antik herrscht oft nur gedimmtes Licht. Manchmal konnte man kaum etwas erkennen, was der Szenerie etwas geschadet hat. Davon abgesehen war das Bild fehlerlos und gestochen scharf.
Die Handlung hält sich sehr nah an der Manga- und Anime-Vorlage. Nichts wirkt zu überstürzt und vor allem haben die Macher nicht zu viel der umfangreichen Geschichte in einen Film gepackt. Gerade mal die ersten sechs Folgen sind abgehandelt und das hat auch völlig gereicht.

Zu den Schauspielern: Ken wirkt ein wenig zu erwachsen und zu kantig für seinen eigentlich sehr vielschichtigen und manchmal doch kindlichen Charakter. Sein irrer Blick und die wahnsinnige Lache lässt einem jedoch das Blut gefrieren. Leider bleibt er trotzdem etwas blass als Figur. Ich hätte mir an dieser Stelle mehr Tiefe gewünscht. Mit inneren Monologen hätte man diese zum Beispiel gut erreichen können. Kens Hadern mit sich selbst und die Frage nach dem Menschsein kommt ein wenig zu kurz. Alle anderen Figuren konnten uns hingegen überzeugen. Besonders Touka und Utah sind sehr gut besetzt, auch wenn Touka als nicht ganz so knallhart dargestellt wird wie im Manga. Die Kampfszenen bieten interessante Perspektiven und spannende Szenen. Man konnte sich kaum sattsehen, vor allem wenn die Krallen zum Einsatz kamen. Wie lebendige Wesen pulsierten sie, wanden sich wie Schlangen oder breiteten sich aus wie Schmetterlinge. Alles passte.

Da kann man nur sagen: eine positive Überraschung! Wir freuen uns auf die Fortsetzung. Vielen Dank an Kazé für diese tolle Erfahrung.

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