Chadô – Der Teeweg

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Chadô bedeutet übersetzt Teeweg und bezeichnet die japanische Teezeremonie, die seit fast 600 Jahren fest in der japanischen Kultur verankert und unmittelbar mit dem Zen-Buddhismus verbunden ist.

Inhalt

Im achten Jahrhundert reisten Japaner erstmals nach China, um dort den Buddhismus zu studieren und brachten bei ihrer Rückkehr nicht nur ihr erlerntes Wissen, sondern auch den grünen Tee mit nach Japan. Das Teetrinken wurde jedoch erst mit der Zeit zunehmend populärer. Neben den buddhistischen Mönchen, die das Getränk schon in der Nara-Zeit (709-784) für sich entdeckten, gingen die japanischen Laien erst zum Ende dieser Epoche dazu über. Von da an lässt sich die Geschichte des Chadô in drei wichtige Entwicklungsphasen gliedern. Hierbei stellt die Teezeremonie im Schreibzimmer („shoin no cha“) den Anfang dar. Dies war die erste Teezeremonie, die durch den buddhistischen Staatspriester Musô Kokushi feste Regeln erfuhr. Für die Zubereitung benutzte er das „daisu“, ein eigens für diese Zwecke hergestelltes und aus China stammendes Holzgestell. So wurde der Tee in einem mit Tatami ausgelegten Zimmer, in dem sich außer einem vor dem Schiebefenster angebrachten Brett, das als Schreibunterlage diente, nur noch einige Rollbilder und ein Wandregal, das für die Präsentation der Teewerkzeuge gedacht war, befanden.

Während das „shoin no cha“ sein Hauptaugenmerk auf die künstlerischen Aspekte richtete und sich an der Schönheit der chinesischen Kunst erfreute, verband sich das Teezeremoniell in der zweiten Phase des „sôan no cha“, was übersetzt „Tee in der Einsiedlerhütte“ bedeutet, mit dem Zen-Buddhismus und gilt somit als wichtigste Entwicklungsphase. Für die Teezeremonie wurde nun eigens ein Teehaus gebaut, das den Lehmhütten buddhistischer Mönche nachempfunden war, in denen meist Mönche, Samurai und Händler in der Schlichtheit und Einfachheit der Architektur und der spartanischen Einrichtung Ruhe und inneren Frieden suchten und damit an die Werte des Zen anknüpften. Als großer Meister der Teezeremonie galt Sen no Rikyû, der die Regeln dieser so genannten wabi-Teetradition an die Wand der Wartehalle des ersten Teehauses schrieb. Das Teehaus besteht gewöhnlich aus zwei Räumen, wobei einer davon zur Vorbereitung des Tees dient und der andere für die Zeremonie selbst. Meist ist es von einem japanischen Garten umgeben. Auf die Naturbelassenheit wird größten Wert gelegt und so besteht der japanische Teeraum aus Holz und Bambus, dessen Schlichtheit sich aus den Zen-Klöstern ableitet. Die wabi-Teetradition basiert auf der Theorie, dass Tee und Zen eins seien.


Mit dem Begriff des „daimyôcha“ lässt sich die letzte und längste Phase als Tee der Landesfürsten bezeichnen. Hierbei wurden die Standesunterschiede deutlich gemacht, die sich in festlicheren Zeremonien und kostbareren Teegefäßen äußerten, die für die höchsten Herren des Landes bereit standen. Dennoch wurde die wabi-Teetradition weiter gepflegt und war ein fester Bestandteil der Zeremonie. So war ein entspanntes Miteinander verschiedener Gesellschaftsschichten möglich, da alle nach Ruhe und dem Einssein mit der Natur strebten. Um zu dieser Ruhe zu gelangen ist es wichtig, dass die vier Grundprinzipien, die Sen no Rikyû festlegte, zum Ausdruck kommen:

Wa (Harmonie): Hiermit ist sowohl die Harmonie zwischen den Menschen als auch die Harmonie der Teeutensilien gemeint, die aufeinander abgestimmt sind. Auch auf den Wechsel der Jahreszeiten und die damit verbundenen Empfindungen des Menschen wird Rücksicht genommen, damit es zum Einklang des Menschen mit der Natur kommt.

Kei (Ehrfurcht): Kei bedeutet Achtung und Ehrfurcht zwischen den Menschen und den Gegenständen, die benutzt werden.

Sei (Reinheit): Sei bedeutet nicht nur die äußerliche Sauberkeit und Ordnung der Menschen und Dinge, sondern auch die innere Reinheit des Herzens. Vor Beginn der Teezeremonie waschen sich die Gäste die Hände und spülen sich den Mund aus, während der Gastgeber die Teeutensilien reinigt.

Jaku (Stille): Hierbei ist vor allem die innere Stille gemeint, die durch die Ausübung der ersten drei Prinzipien erreicht werden soll.


Doch was genau wird nun in einer japanischen Teezeremonie serviert? Der grüne Tee, matcha genannt, stellt neben Kuchen, Süßigkeiten und Reiswein das Wichtigste dar. Es gibt zwei Hauptsorten von Tee, die bei einer traditionellen Teezeremonie gereicht werden: zum Einen gibt es den starken Tee Koicha, von dessen Pulver drei gehäufte Teelöffel pro Person genommen und zu einem dicken Tee aufgeschlagen werden, für den leichten Tee Usucha genügen eineinhalb Teelöffel, die zu Schaum geschlagen werden. In der heutigen Zeit dient der Weg des Tees dazu, dem hektischen Alltag zu entfliehen und den Stress durch die Ruhe auszugleichen. Doch die Meinungen gehen vor allem bei jungen Japanern auseinander. Manche betrachten die Teezeremonie als ein kulturelles Erbe, andere wiederum empfinden sie als langweilig. Dennoch ist das Interesse die Teezeremonie als Hobby zu erlernen nicht gering und so gibt es noch bis heute drei wichtige Schulen: Ura, Omote und Mushakoji, die sich in ihrer Ausübung nur gering unterscheiden.

Wer Lust bekommen hat, selbst einmal in eine Teezeremonie hineinzuschnuppern, der kann in Deutschland an einer der Ueda Sôko Teeschulen Unterricht nehmen oder als Gast dem Unterricht kostenlos beiwohnen.


 

Related Links:
http://www.ueda-souko.de (deutsche Seite mit Unterrichtsangeboten)
http://www.ueda-soukoryu.com (japanische Seite der Ueda Sôko Schule in Hiroshima)
http://www.maiko.ne.jp/german/index.html (Teeversand aus Japan)
 

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