Hochzeit in Japan

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Der Umgang mit Traditionen in einem Land zeigt sich auch heute nicht unwesentlich am Vollzug der Eheschließung. Japanische Hochzeiten sind bis ins kleinste Detail geplante, aufwendige und nicht zuletzt teure Zeremonien, die einen hohen gesellschaftlichen Stellenwert innehalten.

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Es gilt zunächst zu unterscheiden zwischen der Heirat nach shintôistischem, buddhistischen und christlichem bzw. westlichen Brauch. Um jedem Anspruch gerecht zu werden, gibt es in zahlreichen Hotels bestimmte, für die jeweils individuellen Wünsche speziell eingerichtete Kapellen oder Shintô-Räume. 
Die japanische Ehe ist eng mit der Tradition des Landes verbunden. Die meisten Hochzeiten finden mit 64% (im Jahr 2008) nach christlichem Brauch statt. 18% der gesamten Hochzeitszeremonien in Japan sind shintôistisch.
 
 
Es sind nicht die bürokratischen Schritte, welche die Hochzeit so aufwendig gestalten. Es bedarf lediglich eines kurzen Ganges auf das Amt sowie die Unterzeichnung eines Dokuments mit den Siegeln beider Parteien, um die Ehe rechtlich zu besiegeln. 
Die Hozeitszeremonie hingegen verlangt weit mehr Planung und Investition. Im Durchschnitt kostet sie etwa 10.000€, wobei die Zeremonie (in den meisten Fällen in einem Schrein oder Tempel, bei christlichen Hochzeiten auch in einer Kapelle) und Kleidung (Kimonos oder Brautkleid) das meiste Geld fordern. 
Wird nach Shintô-Ritus geheiratet, sind meist nur die engsten Verwandten und Freunde eingeladen. Ein Priester „reinigt“ das Brautpaar, bevor das Ehegelübde gesprochen und Ringe ausgetauscht werden. Nach alter Tradition werden der Braut und dem Bräutigam drei Schalen mit Reiswein überreicht, aus denen sie jeweils gleichzeitig drei Schlucke trinken müssen, um die Eheschließung zu vollenden.
 
Westliche Hochzeiten mit weißem Brautkleid in einer Kirche oder Kapelle haben seit dem zweiten Weltkrieg statistisch immer mehr zugenommen. Da die Ehe in Japan schon immer weniger religiöse als traditionelle Bedeutung hatte, war es für die christliche Kirche nicht schwer, sich eine eigene Nische zu schaffen und „Fuß zu fassen“. Auch weil die christliche Hochzeit für viele Japaner den Inbegriff der romantischen Liebesheirat darstellt - und zudem leichter zu finanzieren ist, als eine shintôistische Zeremonie - nimmt ihre Zahl auch heute noch zu. Viele der Brautpaare fühlen sich dem Christentum darüber hinaus jedoch nicht weiter verbunden.
 
Um den hohen Kosten zu entgehen, werden heutzutage auch immer mehr Hochzeiten im Ausland zelebriert. Besonders junge Paare verzichten nicht selten auf teure Festlichkeiten und ziehen stattdessen kleinere Partys im engen Freundeskreis vor.
 
Das Beiwohnen einer Hochzeit als Gast erfordert mehrere grundsätzlich einzuhaltende Regeln: Männer tragen einen schlichten, schwarzen Anzug, der sich auch ausleihen lässt, Frauen ein elegantes, nicht weißes Kleid. Sachgeschenke sind unüblich, es wird hauptsächlich Geld verschenkt. Damit finanziert das Brautpaar einen Teil der Hochzeit.
Das Geldgeschenkt wird in einem Doppelumschlag verpackt. Der Innere enthält das Geld und ist beschriftet mit dem eigenen Namen und der Summe, die übergeben wird - in der Regel liegt sie nicht unter 5.000 Yen, sollte aber idealerweise 10.000 Yen und aufwärts betragen. 
Der kunstvoll verzierte, äußere Umschlag, auch noshi bzw. shugi-bukuro genannt, wird ebenfalls mit dem Namen versehen und zu Beginn der Festlichkeit überreicht. Die ineinander verwobenen Zierfäden des Umschlags stehen symbolisch für die ewigen Erhalt der Ehe und die Hoffnung auf Nachwuchs.
 

 

Bei der Hochzeit zeichnet sich erneut die enge Verbundenheit der Japaner mit ihrer Tradition ab. Sie erfordert gute Planung und ein großzügiges Budget, um den Ansprüchen der heutigen Ehepaare gerecht zu werden. Es wird jedoch ebenso deutlich, dass waito weddingu (die christliche Hochzeit im weißen Brautkleid) den romantischen Nerv der jüngsten Generationen trifft. In dieser Präferenz unterscheiden Japaner sich nicht vom Westen.

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