Tama - Die Bahnhofsvorsteherin

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Dreifarbige Katzen sollen Glück bringen. Im Falle von Tama tat sie das in einem weitaus größeren Umfang als erwartet, denn sie holte ein ganzes Bahnunternehmen aus der drohenden Pleite.

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Dass die Japaner ihre helle Freude an Katzen haben, dürfte einem schnell auffallen: Stichwort Hello Kitty, Maneki Neko, Katzencafés oder die Katzeninsel Aoshima. Im Jahre 2007 schaffte es eine Katze dann sogar zur Bahnhofsvorsteherin. Und hier beginnt die Geschichte von Tama.

Tama kam im April 1999 als dreifarbige Tochter einer Streunerkatze in Kinokawa, Präfektur Wakayama, zur Welt, ganz in der Nähe der Kishi-Bahnstation. Fürsorglich wurde die obdachlose Katzenfamilie von Reisenden, Anwohnern und Beschäftigten der umliegenden Geschäfte mit Futter versorgt, allen voran Toshiko Koyama, der damals ein Lebensmittelgeschäft führte.

Da es der Bahngesellschaft Wakayama Dentetsu zum damaligen Zeitpunkt aufgrund verringerten Fahrgastaufkommens finanziell immer schlechter ging, wurde das gesamte Personal ab April 2006 von allen Bahnhöfen der Kishigawa-Linie abgezogen. Die Kishi-Station war die Endhaltestelle besagter Linie. Das führte wiederum zu großem Unmut der ansässigen Bevölkerung und man einigte sich schließlich darauf, Angestellte aus den umliegenden Geschäften als Bahnhofsmitarbeiter einzustellen, um die Kosten möglichst gering zu halten. Diesen Werdegang ereilte auch Toshiko Koyama. Er kümmerte sich noch immer verantwortungsvoll um Tama und als die Bahngesellschaft davon Wind bekam, ernannte sie sie zur „Bahnhofsvorsteherin“. Nichts ahnend, was diese Entscheidung fortan mit sich bringen würde...

Dreifarbige Katzen gelten auch in Japan als Glücksbringer und so sahen Reisende in der neuen Bahnhofsvorsteherin der Kishi-Station eben diesen. Als die Medien von Tama erfuhren, berichteten sie von ihr – im In- und Ausland. Das kurbelte wiederum den Tourismus kräftig an, denn nun wollten alle Leute Tama sehen! Das rasch ansteigende Fahrgastaufkommen ließ das Bahnunternehmen bald schon wieder schwarze Zahlen schreiben, und zwar so schwarz, dass man einen Teil des Geldes in einen Zug im Katzenstil sowie in die Renovierung des Bahnhofs, ebenfalls im Katzenlook, investierte.

Im Januar 2008 wurde Tama zur Oberbahnhofsvorsteherin befördert, was sie somit zur einzigen weiblichen Führungsperson des Unternehmens machte. Auch erhielt sie nun sogar ihr eigenes „Büro“: Ein stillgelegtes Fahrkartenhäuschen wurde katzengerecht hergerichtet, in welchem Tama sich fortan gemütlich zurückziehen konnte. 2013 wurde Tama dann schließlich zur stellvertretenden Präsidentin der Wakayama Dentetsu ernannt.

Nachdem sie am 22. Juni 2015 im Alter von 16 Jahren an einer Nasennebenhöhleninfektion verstarb, erschienen rund 3.000 Menschen zu ihrer Beerdigung, welche im Shinto-Stil abgehalten wurde. Dafür wurde ihr zu Ehren ein Schrein errichtet und sie wurde zur Gottheit ernannt.
Tamas Nachfolgerin wurde Nitama („Tama, die Zweite“). Jene kam 2010 in Okayama zur Welt und wurde von 2012 an an der Idakiso-Station, welche sich nur fünf Stationen von der Kishi-Station entfernt befand, ebenfalls zur Bahnhofsvorsteherin trainiert. Nach der Beerdigung von Tama zog Nitama in der Kishi-Station ein.

Ursprünglich sollte den Job von Nitama Sun-Tama („Tama, die Dritte“) übernehmen, doch der Verantwortliche für dieses Tier brachte es nicht übers Herz, die Katze an die Kishi-Station abzugeben und behielt sie in Okayama.
Als im Januar 2017 das zehnjährige Jubiläum von Tamas Einstellung gefeiert wurde, wurde gleichzeitig auch die erst acht Monate junge Yontama („Tama, die Vierte“) als Bahnhofsvorsteherin der Idakiso-Station vorgestellt, jenem Bahnhof, an welchem Nitama trainiert wurde.

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