Iriomote - Sternensand und Mangroven

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Früher ein kaum bewohnbares Gebiet, heute ein tropisches Paradies: Die Insel Iriomote ist ein Geheimtipp für Naturfreunde und Heimat zahlreicher Tierarten, die es zum Teil nirgendwo sonst gibt.

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Im Ostchinesischem Meer, mit Taiwan als unmittelbaren Nachbarn, liegt sie: die Insel Iriomote. Sie ist 29 Kilometer lang, 19 Kilometer breit und somit die größte der Yaeyama-Inseln. Iriomote ist eine der am westlichsten gelegenen Inseln Japans und zählt zur Präfektur Okinawa.

Lange Zeit lebten auf Iriomote nur wenige Menschen. In der frühen Neuzeit bemühte sich das Königreich Ryukyu um eine Zwangserschließung des Gebiets, doch aufgrund zahlreicher Fälle von Malaria blieben die Bemühungen erfolglos. In den 1880er Jahren wurde für wenige Jahre damit begonnen, die Kohlelager auf der Insel abzubauen, in den 1920ern folgte die Fortsetzung. Während des Krieges wurden Straftäter sowie Arbeiter aus Taiwan als zusätzliche Arbeitskraft eingesetzt. Die letzte Phase des Kohlelagerabbaus fand zwischen 1953 und 1960 statt.

Während der amerikanischen Besetzung Okinawas bis zur Rückgabe an Japan 1972 gelang es, die Malaria auszurotten.

Heute ist Iriomote ein Paradies für jeden Naturfreund – zumindest für all jene, die mit dem subtropischen Klima keine Probleme haben. Während die Küsten von wunderschönen Sandstränden wie auch steilen Felswänden gesäumt sind, besteht das Landesinnere hauptsächlich aus hügeligem Urwald. Anhöhen von 400 Metern sind hierbei keine Seltenheit. Auch Mangrovensümpfe sind stellenweise vertreten.

Aufgrund der noch weitestgehend intakten Natur und des günstigen Klimas gibt es auf Iriomote eine beeindruckende Artenvielfalt, worunter auch Tierarten zählen, die einzig auf dieser Insel leben. Ihr berühmtester Vertreter ist wahrscheinlich die sogenannte Iriomote-Katze, „Iriomote-yamaneko“ auf japanisch. Sie zählt als eine Unterart der Bengalkatze und gilt als sehr scheu. Der Besucher wird daher eher Schilder auf der Insel antreffen, die von der Existenz des Tieres zeugen, als das Tier selbst. Weitere endemische Tierarten sind die Schlangenweihe – ein Raubvogel –, die Gelbrand-Scharnierschildkröte (die aber auch in Teilen Chinas und auf Taiwan vorkommt), eine Glattechsenart namens Kishinoue-tokage sowie eine Grubenotternart namens Sakishima-habu.

Die Küsten Iriomotes sind auch für ihre Korallenriffe bekannt und daher bei Tauchern sehr beliebt. Eine weitere Besonderheit kann man an Land antreffen: sogenannten „Sternensand“ (jap. „hoshizuna“). Hierbei handelt es sich um Kalkskelette von winzigen Lebewesen, die unter dem Begriff Foraminiferen laufen und von den Korallenriffen herrühren.
Neben dem Tauchen ist Iriomote auch ein beliebter Ort für Kanufahrten und Wanderungen. Besonders Letzteres wird, aufgrund des teils unwegsamen Geländes, jedoch nicht ohne ortskundigen Führer angeraten.

Wer die kleine Nachbarinsel Yubu einmal besuchen möchte, kann dafür die Kutschfahrten mit den Wasserbüffeln in Anspruch nehmen: Über eine untiefe, sandige Meeresstraße werden die Karren von den mächtigen Tieren mehrfach am Tag gezogen und garantieren somit den Austausch beider Inseln.

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