Yakushima - Die Zederninsel

Geschrieben am 29.06.2018 von

Dauerfeuchtes Klima, der älteste Baum Japans und die Geburtsstätte von Prinzessin Mononoke: Herzlich Willkommen auf Yakushima!

Inhalt

In Japans subtropischem Süden, südlich der Hauptinsel Kyushu, liegt die Insel Yakushima. Sie gehört zur Inselgruppe der Osumi-Inseln, welche wiederum der Region der Nansei-Inseln angehören. Verwaltet wird Yakushima durch die Präfektur Kagoshima auf Kyushu.

Yakushima ist dicht bewaldet und bei Naturfreunden berühmt für seine Zedernbäume – denn davon gibt es auf der Insel sowohl sehr viele wie auch sehr alte Exemplare. Sie tragen sogar einen eigenen Namen: Yakusugi, bestehend aus dem Namen der Insel und dem japanischen Wort für Zeder, „sugi“. Aufgrund der dichten Bewaldung wurde in der Vergangenheit viel abgeholzt, besonders während der Edo-Periode. Holzhandel war einer der Haupteinnahmequellen der Bewohner der Insel. Inzwischen ist man davon jedoch abgekommen und die Bestände konnten sich wieder erholen. Heute sind die Wälder auf Yakushima sehr beliebte Ausflugsziele für Wanderer und es gibt verschiedene Routen, sowohl mit wie auch ohne Wanderführer. 1993 wurde ein etwa 107 Quadratkilometer großer Waldbereich sogar von der UNESCO zum Weltnaturerbe erklärt, da die Gegend eine sehr artenreiche Flora besitzt. Zudem finden sich hier einige der ältesten Zedernbäume, angeführt von der sogenannten Jomonsugi: Ihr Alter wird auf rund 2.000 bis 7.200 Jahre geschätzt. Ihren Namen erhielt sie, weil sie als der älteste Baum ganz Japans gilt und zurückgerechnet aus der Jomon-Periode stammen müsste.
Übrigens waren es die Wälder auf Yakushima, die als Inspiration zum Anime-Film „Prinzessin Mononoke“ dienten. Der Zeichner Oga Kazuo, einer der Hauptverantwortlichen des Films, soll hier viel Zeit verbracht und vor Ort an zahlreichen Skizzen gearbeitet haben.

Wenn man sich für eine Reise nach Yakushima entscheidet, sollte man sich auf jeden Fall wetterfest kleiden, denn der Niederschlag auf der Insel ist sehr hoch. Spaßeshalber wird gesagt, dass es hier „35 Tage im Monat“ regnet, womit ausgedrückt werden soll, dass es im Grunde jeden Tag regnet. Allerdings ist der Niederschlag nicht an jedem Tag gleich stark: Manchmal handelt es sich nur um vereinzelte Schauer oder leichten Regen. Zudem fällt der Niederschlag in den Frühlings- und Sommermonaten reichhaltiger aus als im Herbst und Winter. Interessant ist, dass die Temperatur im Winter in Meeresnähe nicht unter 10° Celsius fällt und dennoch gibt es Schneefall in den Bergen. Yakushima ist somit der südlichste Ort Japans, in dem es im Winter Schnee in den Bergen gibt. Der höchste Berg der Insel ist übrigens der Miyanoura-dake mit 1936 Metern und somit gleichzeitig auch der höchste Berg der gesamten Kyushu-Region.

Die heutige Schreibweise des Inselnamens (屋久島) unterscheidet sich partiell zu einer älteren Schreibweise: 薬島war einer der frühesten Schreibweisen von Yakushima und wurde auch gleich ausgesprochen, jedoch stand das erste Kanji für Medizin (womit sich der alte Name mit „Medizin-Insel“ übersetzen lässt). Zurückzuführen ist diese frühere Namensgebung auf den reichhaltigen Wuchs verschiedenster Pflanzen wie zum Beispiel Kurkuma, welche für medizinische Einsätze verwendet werden.

Verhältnismäßig jung hingegen ist die Kultivierung von Ponkan und Tankan: Bei beidem handelt es sich um Orangensorten, die von Taiwan in den 1920ern (Ponkan) beziehungsweise 1950ern (Tankan) Yakushima erreichten. Heute stellt die Insel den Hauptlieferanten von Ponkan und Tankan in ganz Japan dar.

Bei Touristen auch immer sehr beliebt sind die lokaltypischen Tiere: Das wären auf Yakushima besonders Hirsche und Affen, genannt Yakushika (Yakushima-Hirsch) und Yakuzaru (Yakushima-Affe). Ebenfalls ab und an anzutreffen sind Marderhund und Wiesel, diese sind, im Gegensatz zu Hirsch und Affe, ursprünglich jedoch nicht auf der Insel beheimatet gewesen.
Im Juni und Juli kann man an der nordwestlichen und südwestlichen Küste Seeschildkröten bei der Eiablage beobachten. Es gibt sogar extra Touren für dieses Ereignis, die jedoch unter besonderen Sicherheitsauflagen stattfinden, um die Tiere nicht zu stören.

Wer also naturbegeistert ist und sich vom feuchten Klima Japans Südens nicht abschrecken lässt, für den kann Yakushima ein gelungenes Ausflugsziel sein!

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