Profil
Toshimitsu Deyama kam am 10. Oktober 1965 in Tateyama, Präfektur Chiba, zur Welt. Schon von klein auf begeisterte er sich für Musik und sang gerne. Im Laufe der Jahre lernte er Piano wie auch Gitarre spielen.
Mit Yoshiki Hayashi, den er im Kindergartenalter kennenlernte, gründete er 1977 die Band Dynamite, welche ein Jahr darauf in Noise umbenannt wurde. Zu dieser Zeit besuchten beide die Highschool. Zunächst war Toshi der Gitarrist gewesen. Als ihr damaliger Sänger dann jedoch die Band verließ, wechselte Toshi den Posten, da er von allen noch verbliebenen Mitgliedern die geeignetste Singstimme besaß. 1982 kam es dann zur Gründung von X. Nachdem die ersten Jahre für die Band eher dürftig liefen, konnten sie 1988 mit ihrem Debüt-Album „Vanishing Vision“ erste größere Erfolge verzeichnen, woraufhin es in den Folgejahren immer weiter bergauf ging.
1992, kurz nach Ausscheiden ihres Bassisten, wurde für die Mitglieder von X nach und nach die Solo-Phase eingeläutet. Auch Toshi wagte sich auf diese neuen Wege und veröffentlichte im Herbst desselben Jahres seine erste Solo-Debüt-Single „Made in heaven“, sowie das gleichnamige Album. Das Album schaffte es auf Platz drei der Oricon-Charts, die Single sogar auf Platz zwei.
Um seine Solo-Karriere zu managen, bat Toshi um die Hilfe seines ältesten Bruders. Dieser verfügte bereits über Erfahrungen in der Unterhaltungsbranche und nahm das Angebot an. Jedoch verfiel der Bruder der Illusion, er sei nun selbst eine Berühmtheit und vernachlässigte seine Arbeit als Manager. Dies führte zu zunehmenden finanziellen Problemen, von denen schließlich auch Mitglieder von X, die sich inzwischen zu X Japan umbenannt hatten, betroffen waren. Daraufhin wurde Toshis Bruder gefeuert.
Im Frühjahr 1993 engagierte Toshi einen Bekannten als seinen neuen Manager. Zudem erhielt er im April das Angebot, in der „Hamlet Rock Opera“ mitzuspielen, welches er annahm. Hierbei traf er auch auf Kaori Moritani, die die weibliche Hauptrolle übernahm, obwohl für die Rolle ursprünglich eine andere Schauspielerin vorgesehen war. Zudem veröffentlichte Toshi in diesem Jahr vier weitere Singles, für die er teilweise mit der Rockband Night Hawks zusammenarbeitete. Für diesen Zeitraum agierte diese auch als seine Begleitband bei Solo-Konzerten.
Toshis Manager war inzwischen auch der neue Manager von X Japan geworden. Doch im Frühjahr 1994 wurde er als Betrüger entlarvt und kurzerhand entlassen. Toshi musste den finanziellen Schaden, den das Management der Band erlitt, mit seinem eigenen Geld ausgleichen. Er machte sich Vorwürfe und fühlte sich schuldig für diese Entwicklung. Zunehmend verlor er an Selbstvertrauen. In diesem Zeitraum nahm jedoch der Kontakt zu Kaori Moritani zu, die ihm regelmäßig Briefe nach Los Angeles schickte, wo Toshi zur damaligen Zeit lebte.
1995 fanden die Aufnahmen für das fünfte Studio-Album „Dahlia“ von X Japan statt und die Bemühungen, endlich den internationalen Markt zu erobern, bedeuteten auch einen erhöhten Standard für die Band. Toshi, der die Songtexte zunehmend auf Englisch singen sollte, war mit der Aussprache selbiger oftmals überfordert, was wiederum Freund und Bandleader Yoshiki missfiel. Die Differenzen zwischen den beiden ehemals besten Freunden wurden immer größer, ebenso Toshis Selbstzweifel an sich und seinen Fähigkeiten. Lediglich Kaori gab ihm noch Halt. Sie brachte ihn in Kontakt mit sogenannter „healing music“ („heilender Musik“) und versicherte ihm, dass er für die Band in keine Rolle schlüpfen müsse, wenn er das nicht wolle. Daraufhin änderte Toshi sein Aussehen radikal und wechselte seine blonde Mähne gegen kurzes, schwarzes Haar sowie seine rockige Bühnenkluft gegen unscheinbare Alltagskleidung ein. Auch auf das bandtypische Make-up verzichtete er fortan.
1997 heirateten Toshi und Kaori heimlich. Dennoch gab es ein Informationsleck und Kaori beschuldigte Toshis zweitältesten Bruder, der in der Zwischenzeit Toshis neuer Manager geworden war.
Im April eröffnete Toshi Yoshiki seinen Wunsch, aus der Band auszusteigen. Er wollte Menschen durch Musik helfen, war aber der Meinung, dies mit Rockmusik, wie X Japan sie spielten, nicht zu können. Daraufhin entbrannte ein Streit zwischen dem Gitarristen hide und Toshi. Yoshiki hingegen war der Ansicht, dass er Toshi nicht halten könne, wenn dieser nicht wollte.
Im Juni besuchten Toshi und Kaori das erste Mal gemeinsam eine Veranstaltung der Seminargruppe „Home of Heart“ (HOH), welche von Masaya geleitet wurde. Über den Sommer folgten noch zwei weitere Besuche.
Die Pressekonferenz von X Japan am 22. September, in welcher die Trennung der Band offenbart wurde, fand ohne Toshi statt. Dieser unterzog sich wenige Tage darauf sogenannten „speziellen Seminaren“ von „Home of Heart“, in welchen mithilfe körperlicher, wie auch psychischer Gewalt Gehirnwäschen an ihm vorgenommen wurden.
Als am 31. Dezember das Abschiedskonzert von X Japan stattfand, war Toshi durch die stetigen Behandlungen von „Home of Heart“ körperlich wie auch seelisch labil. Seine Stimme war heiser und er litt unter akustischen Halluzinationen. Wenn er während des Auftritts seinen Text vergaß, rief hide ihm aufmunternde Worte zu, was ihm den Ablauf des Auftritts erleichterte.
Im Juli 1998 verlangten „Home of Heart“ einen enormen Geldbetrag von Toshi, um ihn als vollwertiges Mitglied aufnehmen zu können. Bereits wenige Monate darauf erschienen in der Presse die ersten Gerüchte, Toshi sei einer Sekte zum Opfer gefallen, die ihm eine Gehirnwäsche unterzogen habe. Daraufhin beteuerten sowohl Toshi, wie auch Kaori und Masaya, in mehreren Fernsehauftritten, dass an diesen Gerüchten nichts stimme.
Im darauf folgenden Jahr begann Toshi Mini-Konzerte mit seiner Musik zu absolvieren, die jedoch zunehmend unter dem Einfluss von Masaya stand. Im Laufe der Zeit nahm die Anzahl dieser Konzerte stetig zu und Toshi wurde dazu gedrängt, diese unter anderem auch in Einrichtungen für Kinder, ältere und gehandicapte Menschen sowie in Strafanstalten und medizinischen Einrichtungen zu absolvieren. Seine CDs verkaufte er auf Events, in CD-Läden, Einkaufszentren, Musikläden und bei ähnlichen Gelegenheiten, während Kaori seine Finanzen managte.
2004 kam es zu offiziellen Klagen gegen „Home of Heart“ mit der Beschuldigung des Kindesmissbrauchs. Dieser Rechtsstreit sollte sechs Jahre andauern.
Im August 2006 meldete sich unerwarteterweise Toshis früherer Manager bei ihm, der ihm den Vorschlag unterbreitete, X Japan gemeinsam mit Yoshiki wieder auferstehen zu lassen. Toshi war von diesem Vorschlag zunächst nicht begeistert; hatte Masaya ihm doch all die Jahre über eingebläut, X Japan sei das personifizierte Böse gewesen. Als Masaya jedoch erfuhr, dass der Ex-Manager bereit war, 300 Millionen Yen für eine Reunion zu zahlen, drängten er und Kaori Toshi zu einer Kontaktaufnahme mit Yoshiki. Diese fand schließlich im Oktober statt.
Im März 2007 flog Toshi nach Los Angeles, wo er sich mit Yoshiki in seinem Studio traf. Nachdem sie dort erstmals den Song „Without you“, den Yoshiki bereits Jahre zuvor komponiert hatte, gemeinsam gespielt hatten, wuchs in Toshi der Wunsch, X Japan wieder auferstehen zu lassen. Yoshiki war sich hingegen noch unsicher. Kurze Zeit darauf nahm man jedoch als X Japan den Song „I.V.“ auf, welcher als Titelsong des US-Horror-Films „SAW 4“ verwendet wurde. Ende März 2008 kam es schließlich zum ausverkauften, dreitägigen Comeback-Konzert von X Japan im Tokyo Dome.
Im Juni gründete Toshi das Musikprojekt Toshi with T-Earth, zu dessen Erstbesetzung Jun von Phantasmagoria, sowie Touya und Ruka von Charlotte gehörten. Hauptkomponist bei diesem Projekt war Masaya. Toshi stand somit noch immer unter dem Einfluss von „Home of Heart„ und verkaufte auch weiterhin CDs für sie, allerdings begann fortan ein gewisser Zweifel an Masaya in Toshi zu wachsen. Dieser nahm im Juli 2009 schließlich solch ein Ausmaß an, dass er beschloss, sich von „Home of Heart“ zu trennen. Diese Entscheidung hatte für Toshi jedoch die Folge, nach einer 12-stündigen Aufnahme für X Japan, von Mitgliedern von „Home of Heart“ entführt und bis zur Bewusstlosigkeit verprügelt zu werden. Nach einem Zusammenbruch im Oktober zog Toshi dann endgültig die Notbremse und wandte sich an eine Anwaltskanzlei. Dadurch erfuhr er jedoch auch, dass er mit Hunderten von Millionen Yen unbezahlter Steuern in den Schulden stand – Geld, welches Kaori in all den Jahren nie von seinen Einnahmen an den Staat abgegeben hatte.
Im Januar 2010 spielte Toshi mit dem Gedanken, X Japan doch wieder zu verlassen. Als Yoshiki ihm jedoch seine damals neue Komposition „Born to be free“ vorspielte, änderte sich Toshis Meinung und er blieb der Sänger von X Japan. Im Februar absolvierte er mit Hilfe der Bandmitglieder eine Solo-Tour, die ursprünglich als seine Abschieds-Tour gedacht war. Allerdings begann kurz darauf das Projekt ToshI feat. Yoshiki und auch weiteres Solo-Material folgte. Die nun veränderte Schreibweise seines Namens auf offiziellen Veröffentlichungen rührt daher, dass sich Masaya in der Vergangenheit das Recht an der ursprünglichen Schreibweise des Namens ergattert hatte.
2013 begann Toshi, seine langjährigen Erfahrungen mit „Home of Heart“ in Form einer Biografie aufzuschreiben, die im Juli 2014 unter dem Titel „Brainwashed – Comeback from 12 Years of Hell“ in Japan erschien.
Musikstil
Toshis Musik war zu Beginn seiner Solo-Karriere eine anmutige Kombination aus Rock und Pop. Besonders hervorstechend sind hierbei die harmonischen Melodien, zu denen seine helle, kräftige Singstimme genauso gut passt wie zu den Rockklängen X Japans.
Unter Masayas Einfluss wurden seine Lieder deutlich seichter. Zum Teil erhielten sie mehr Melodramatik und bewegten sich in die Akustik-Abteilung. Manche Songs erinnern schon fast an Enka.
Seit Toshi seine Musik wieder selbst komponiert und nicht mehr unter dem Einfluss Masayas steht, ist sein Sound auch wieder deutlich rockiger geworden – vielleicht sogar ein bisschen mehr als zuvor.
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