Profil
Yoshiki Hayashi wurde am 20. November 1965 in Tateyama, Präfektur Chiba, als Ältester von zwei Söhnen geboren. Seine Mutter war Klavierlehrerin und im Alter von vier Jahren begann Yoshiki mit dem Klavierspielen. Er entwickelte ein steigerndes Interesse an klassischer Musik und war sich schon als Kind sicher, später einmal ein zweiter Beethoven zu werden. In der Grundschule spielte er Trompete in einer Blechbläserband und um das zehnte Lebensjahr herum begann er, Songs auf dem Piano zu komponieren.
Es war in etwa dieser Zeitraum, als sich sein Vater das Leben nahm. Yoshiki konnte nur schwer damit umgehen; er entwickelte einen großen Zorn auf seinen Vater. In dieser schmerzvollen Zeit entdeckte er aber auch seine Liebe zur Rockmusik und die amerikanische Schockrockerband Kiss hinterließ nachhaltigen Eindruck bei ihm. Um mit seiner inneren Wut umzugehen, begann er Schlagzeug spielen zu lernen und bald darauf folgte außerdem die Gitarre.
1977 gründete Yoshiki gemeinsam mit seinem besten Freund Toshi, den er schon seit Kindheitstagen kannte, seine erste Band namens Dynamite. Der Name wurde kurz darauf jedoch in Noise geändert, bevor sich schließlich 1982 X herauskristallisierte.
1985 veröffentlichten sie ihre erste Single „I'll kill you“, bevor Yoshiki mit finanzieller Hilfe seiner Mutter das eigene Plattenlabel Extasy Records gründete, worunter eine weitere Single sowie das erste Album der Band veröffentlicht wurde. Infolgedessen erlangten sie einen Major-Vertrag bei CBS/Sony und verzeichneten 1989 ihren Durchbruch mit dem Album „Blue Blood“. Dieser Erfolg wurde 1991 mit dem Album „Jealousy“ noch getoppt. Im selben Jahr veranstaltete er des Weiteren durch sein Label Extasy Records, bei welchem sich inzwischen Bands wie Zi:Kill, Luna Sea und Tokyo Yankees eingefunden hatten, das Festival „Extasy Summit“, wovon es im Folgejahr eine Fortsetzung gab. Ebenfalls 1991 veröffentliche Yoshiki ein Solo-Album namens „Yoshiki Selection“, auf dem er klassische Stücke unter anderem von Bach, Beethoven und Schumann coverte.
Anfang 1992 erschien die Doppel-Single „Eyes of Venus/Virginity“ unter dem Projektnamen V2. Hierfür hatte er sich mit dem Musiker Tetsuya Komuro zusammen getan. Kurz darauf änderten X ihren Namen notgedrungen in X Japan um, da es bereits eine amerikanische Band namens X gab und da die Japaner eine internationale Karriere anstrebten, blieb ihnen nichts anderes übrig. Yoshiki kaufte ein Aufnahmestudio in Nord-Hollywood, Kalifornien, obwohl seine eigene Wahl auf den europäischen Raum gefallen wäre. Jedoch wurde er von seinen Bandmitgliedern überstimmt, die sich in den USA ansiedeln wollten. Mit der internationalen Karriere für X Japan wollte es aber trotz allem zunächst nichts werden.
Im April 1993 erschien Yoshikis Solo-Debütalbum „Eternal Melody“, produziert vom ehemaligen Beatles-Produzenten George Martin, und im November wurde mit „Tears“ die erste Single von X Japan nach der Namensänderung veröffentlicht. Im Text von „Tears“ behandelt Yoshiki seine Trauer über den Suizid seines Vaters und es scheint, dass sich seine ehemalige Wut darüber zu Mitgefühl entwickelt hat.
1994 arbeitete Yoshiki mit dem Drummer von Queen, Roger Taylor, zusammen: Sie schrieben gemeinsam den Song „Foreign Sand“, welcher auf Taylors Solo-Album „Happiness?“ sowie als Single erschien. Im selben Jahr trug Yoshiki zudem mit einer Cover-Version des Kiss-Songs „Black Diamond“ einen Beitrag zum Kiss-Tribut-Album „Kiss My Ass“ bei.
Im Herbst 1997 wurde plötzlich das Aus von X Japan verkündet, basierend auf dem Austritt von Sänger Toshi. Ursprünglich planten Yoshiki und Gitarrist hide, X Japan im Jahre 2000 wieder auferstehen zu lassen, doch da hide im Mai 1998 unerwartet verstarb, verfiel dieser Plan. Besonders bitter für Yoshiki war die Tatsache, dass hide im gleichen Alter starb wie sein Vater: mit 33 Jahren. Von der beruflichen wie auch privaten Trennung zu Toshi und dem Tod von hide tief verletzt und traumatisiert, stürzte Yoshiki sich in den Folgejahren in die Arbeit. Er agierte vorrangig im Hintergrund als Produzent von Künstlern wie Dir en grey und Shoko Kitano. 1999 schrieb er auf Anfrage den Song „Anniversary“ für das zehnjährige Jubiläum des japanischen Kaisers Akihito, den er im November bei einer Feier in Anwesenheit des Kaiserpaares vortrug.
Um die Jahrtausendwende herum entstanden zwei Unterlabels von Extasy Records: Extasy Japan und Extasy International. Yoshiki trat weiterhin als Produzent verschiedener Künstler im Hintergrund auf und kollaborierte mit der Supermarktkette 7-Eleven, für die er mehrere Werbespots drehte. Das Musikprojekt Violet UK, dessen Ursprünge bis in die frühen Neunziger zurückreichen, wurde wiederbelebt, worunter in den Folgejahren unregelmäßig vereinzelte Songs wie „Blind dance“ oder „Sex & Religion“ veröffentlicht wurden.
2002 trat Yoshiki kurzzeitig dem Projekt globe bei, wodurch er erneut mit Tetsuya Komuro zusammenarbeitete. 2004 griff er dem südkoreanischen Rock-Quartett The TRAX unter die Arme und produzierte ihre ersten beiden Japan-Singles. Im Folgejahr erschien sein zweites Solo-Album „Eternal Melody II“, das unter anderem den Song „Without you“ enthielt, bei dem lange Zeit spekuliert wurde, ob Yoshiki diesen Toshi oder hide gewidmet hatte.
Im August 2006 gab Yoshiki auf der Otakon in Baltimore bekannt, dass er gemeinsam mit Sänger Gackt ein Projekt namens S.K.I.N. plane. Kurz darauf gesellten sich auch noch Sugizo (Luna Sea) und Sänger Miyavi hinzu und ihr Bühnendebüt fand im Juni 2007 auf der Anime Expo in Long Beach statt. Die geplanten Veröffentlichungen sowie weitere Auftritte blieben jedoch aus, da es unter den verschiedenen Managements Unstimmigkeiten gab und die Terminpläne der vier Musiker sich sehr unterschiedlich gestalteten. Ebenfalls im gleichen Jahr produzierte Yoshiki den Filmsoundtrack zum US-Horrorfilm „Catacombs“.
Doch das Jahr 2007 hielt noch eine weitaus größere Überraschung bereit: Toshi und Yoshiki hatten sich ausgesprochen und gemeinsam mit den übrigen Mitgliedern ließen sie X Japan wieder auferstehen.
2008 war Yoshiki Mitproduzent des US-Horror-Rock-Opernfilms „Repo! The Genetic Opera“ sowie dessen Soundtrack. 2009 steuerte er für den japanischen Historie-Fantasyfilm „Goemon“ den Song „Rosa“ von Violet UK bei.
Folgend hatte Yoshiki ein paar Auftritte mit Toshi, die unter dem Titel „ToshI feat. Yoshiki“ liefen und im März 2011 organisierte er mit dem Modehersteller Jay FR das Mode- und Musik-Event „Asia Girls Explosion“, bei dem auch Yoshikis eigene Kimono-Linie „Yoshikimono“ vorgestellt wurde.
Auf der San Diego Comic-Con International am 21. Juli wurde die neue Comic-Serie „Blood Red Dragon“ vorgestellt, welche aus der Feder der Comic-Legende Stan Lee und Todd McFarlane stammt. Der Hauptcharakter dieser Serie basiert auf Yoshiki.
Für die Golden Globe Awards 2012 komponierte Yoshiki den Titelsong, der daraufhin in 111 Ländern via iTunes erworben werden konnte.
Im Folgejahr erschien mit „Yoshiki Classical“ sein drittes Solo-Album. Es enthielt zu einem großen Teil bereits bekannte Stücke, dennoch schaffte es das Album bis auf Platz vier der Oricon-Charts. Im iTunes Store gelangte es in zehn Ländern sogar auf den ersten Platz der Klassik-Charts.
Am 14. März 2014 fand ein ganz besonderes Konzert auf dem South By South West-Festival in Texas statt: Yoshiki spielte ein Piano-Duett mit sich selbst. Technisch ließ sich das insofern bewerkstelligen, dass der eine Teil von ihm live vorgetragen und anschließend ein Hologramm von ihm eingespielt wurde - welches jedoch täuschend echt aussah.
Einen guten Monat später, am 25. April, begann seine erste Klassik-Welttour. Diese führte ihn durch Kalifornien, San Francisco, Mexiko, Moskau, Berlin, Paris, London, Shanghai, Peking, Bangkok, Taipeh, Tokyo und Osaka. Neben altbekannten Eigenkompositionen und Cover-Versionen klassischer Stücke präsentierte Yoshiki auch sein jüngstes Werk „Hero“, das als Themensong für den Film „Saint Seiya: Legend of Sanctuary“ verwendet wurde.
Musikstil
Obwohl Yoshiki bei X Japan in erster Linie als Drummer bekannt ist, sind seine Solo-Arbeiten weitestgehend klassischer Natur. Die Arrangements umfassen häufig ein umfangreiches Orchesteraufkommen und steigern sich oft im Laufe eines Liedes. Besonders den Streichern wird hierbei viel Aufmerksamkeit geschenkt, jedoch nicht ausschließlich.
Charakteristisch für Yoshikis Kompositionen ist auch immer eine gewisse Dramaturgie, die sich im Laufe eines Stückes aufbaut und an ihrem Höhepunkt manchmal vor Verzweiflung und Ekstase regelrecht zu bersten droht. Auch kann man in manchen Songs eine starke „Gefühlsschwankung“ zwischen positivem Empfinden, Melancholie und starken negativem Empfinden beobachten.
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