Über den Künstler
Hinter dem etwas willkürlich aussehenden Kürzel „AA=“ steckt kein geringerer Künstler als Takeshi Ueda, der sich schon für den Sound der Band The Mad Capsule Markets zuständig zeigte. Mit seinem Soloprojekt AA=, das sich namentlich am politikkritischen Roman „Animal Farm“ von George Orwell orientiert und als Abkürzung für „All Animals (are) Equal“ steht, verfolgt Ueda seit 2008 seinen ganz eigenen Stil.
Allerdings steht Takeshi Ueda nicht ganz allein hinter dem Namen, sondern namentliche Musiker unterstützen ihn bei seinem Projekt. Takayoshi Shirakawa, Sänger der Band BACK DROP BOMB, steht hier am Mikrofon, während RIZEs Schlagzeuger Nobuaki Kaneko und Gitarrist Minoru Kojima ebenfalls für die Umsetzung der Musik zuständig sind.
Als erste Single der Vier kam im Oktober 2008 „PEACE!!!“ auf den Markt, schon im Februar 2009 folgte das karg betitelte Album „#1“, das pro verkaufter Kopie 100 Yen an den WWF spendete. Weitere Alben folgten sowohl im Juni 2010 mit „#2“ als auch im April 2012 mit „#3“.
Album / Single
Mit dem ersten Song „#3 INTRO“ wird der Hörer sogleich mit einem leisen, hölzernen Summen im Hintergrund konfrontiert, bis nach und nach weitere, leise Electrosounds und Pianoklänge einsetzen. Vordergründig murmelt eine verzerrte Frauenstimme einzelne Wörter und Sätze, die jedoch nicht zu verstehen sind.
So leise und still das kurze Intro auch gewesen sein mag, mit „DISTORTION“ bekommt der Hörer den ersten Eindruck des Albums. Ein stetiger Drumbeat bildet die Basis dieses Songs und immer wiederkehrende, teilweise gesungene Growls sowie eine höhere, elektroverzerrte Stimme wechseln sich permanent ab.
Zwar klingt das Lied sehr frisch und vermag auch mit seinem hohen Tempo den Hörer zuerst mitzureißen, doch spätestens nach der dritten Wiederholung dieses Schemas beginnt es, ein wenig zu nerven.
Ob es Absicht oder Zufall ist, dass der eigentlich dritte Song des Albums „WORKING CLASS“ in der Tracklist und auch auf unserem Digital Download ebenfalls als „2.“ Song vorgestellt wird, kann hier leider nicht aufgeklärt werden.
Klar ist jedoch, dass der Titel mit einem stark in der Tonhöhe variierenden Elektrobeat beginnt, zu dem nach und nach immer weitere, unterschiedliche Beats sowie Shoutings dazukommen.
Dieses Stück ist dem Industrial zuzuordnen und spiegelt den Songtitel deshalb sehr gut wieder. Sicher wäre das Lied ein wunderbarer Livesong, doch ebenso wird auf CD nichts an Stimmung eingebüßt.
Zwar wird kein Kontrast mit dem melodischen Song „posi-JUMPER“ gesetzt, doch das Lied bringt etwas mehr Abwechslung in die bislang recht ähnlichen Stücke. „posi-JUMPER“ zeichnet sich ebenfalls durch einen schnellen Elektro- und Drumsound sowie Shoutings aus, doch hier werden zusätzlich einige Passagen durch einheitlich gesungene Zeilen ergänzt. Dadurch wirkt der Song viel melodischer als seine Vorgänger, aber auch die vergleichsweise hohe Stimmlage setzt sich vor den schnellen Beats ab und bringt leichtere Elemente als der rabiate Sound mit sich.
Schon der Titel des folgenden Tracks verspricht uns ein weiteres, politikkritisches Stück. „sTEP COde“ kritisiert den japanischen Energiekonzern Tepco, der durch die Nuklearkatastrophe vom 11. März 2011 in Fukushima heftig in die Kritik geraten war. Wörter wie „Liar“, „Discode“ oder „Greed“ sind nur einige, die Uedas Meinung über das Unternehmen ausdrücken und sich vor einem sirenenartigen Geräusch ausmachen lassen.
Nach diesem mitreißenden Stück fördert „Dry your tears“ einen monotonen und scheinbar schwächeren Elektrosound zutage. Dennoch wartet das Lied mit einem hohen Tempo auf und leitet den siebten Song „coLors“ ein.
Dieser hat eine völlig andere Klangstruktur als die restlichen Lieder der CD. Mit Rappeinlagen und einem sehr fröhlichen Klang bietet der Song ein nachvollziehbares Muster. Durch den geringeren Gebrauch von Elektroelementen spielt sich die Gitarre in den Vordergrund, um das Lied recht rockig klingen zu lassen.
Ebenfalls rockig mutet der achte Song „Sunshine glow“ an. Gepaart mit den gewohnten Elektrobeats und einer simplen sowie eingängigen Melodie bietet dieser Track erstmals Ohrwurmcharakter und macht seinem positiven Titel alle Ehre.
Beinahe nahtlos schließt das sehr kurze „PEOPLE POWER“ an, welches bis auf einige Sekunden zu Beginn des Stückes gänzlich ohne Elektroelemente auskommt.
„Dreamer“ zeichnet sich durch einen fröhlichen Gitarrensound aus, über welchen sich – wie üblich – eine verzerrte, hohe Stimme legt. Ohne weitere Überraschungen geht der Song dem Ende entgegen, sodass dieser sicherlich nett anzuhören ist, aber nicht aus der Masse heraussticht.
Anders ist da „We’re not alone (AA= Ver)“, welches einen runden Abschluss der CD bildet. Über die gewohnten Gitarren- und Elektrosounds legt sich ein Stimmenchor, der ab und zu von Shoutings unterbrochen wird. Insgesamt wirkt der Song sehr liebevoll konstruiert, sodass der Hörer mit einem angenehmen Gefühl zum „OUTRO“ geleitet wird. Dieses klingt beinahe wie das „INTRO“, ebenfalls sehr still und mysteriös.