DIR EN GREY - ARCHE

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Bildcopyright: DIR EN GREY

Seit mehr als 15 Jahren sind DIR EN GREY eine nicht mehr wegzudenkende Größe in der japanischen Musiklandschaft. Trotz diverser Stilumschwünge im Laufe ihrer Karriere, aber auch gefestigter Routinen, besinnt die Gruppe sich mit „ARCHE“ nun auf ihre Ursprünge zurück. 

Über den Künstler

Bereits seit 1997 sind Sänger Kyo, die Gitarristen Kaoru und Die, Bassist Toshiya und Schlagzeuger Shinya als DIR EN GREY aktiv. Schon ein Jahr nach ihrer Gründung konnte die damalige Indieband ganz oben in den Charts mitspielen und arbeitete sogar mit X Japans Yoshiki zusammen.
Nachdem die Musiker erste Auslandserfahrungen in China und Südkorea gesammelt hatten, ging es 2005 endlich nach Europa; natürlich blieb Deutschland da nicht aus. Seitdem sind DIR EN GREY hierzulande ein gern gesehener Gast, sowohl als Oneman-Act in Konzerthallen als auch Open Air bei diversen Rock- und Metal-Festivals wie Wacken und Rock am Ring.
Mit „ARCHE“ veröffentlicht die Gruppe nach dem Release von „DUM SPIRO SPERO“, das mehr als drei Jahre zurückliegt, ein Album, das an ihre „VULGAR“-Zeit erinnert.
 

Album / Single

Das erste der insgesamt 16 Lieder, „Un deux“, beginnt mit dem Klang von Glockenschlägen. Harter und schwerer Bass vermischt sich mit Kyos hoher, melancholischer Stimme in DIR EN GREY-typischer Manier, sodass der Hörer sich von Anfang an mitten im Geschehen befindet. Der Song klingt zwar melancholisch, aber auch harmonisch und scheint somit ein gut gewählter Einstieg zu sein, der auf das stimmungsreiche Album einstimmt. 
„Uroko“ klingt bereits ganz anders. Mit drastischen Gitarrenriffs, kirchlichem Gesang und Orgelklängen im Vordergrund, erschaffen DIR EN GREY eine provozierende Melodie. Der hohe kirchliche Gesang wechselt sich mit tiefen Deathgrowls ab und wirkt sehr wild, die Melodie ist ebenfalls meist sehr schnell und die Wechsel kommen unerwartet, sodass „Uroko“ viele Überraschungen bietet; ähnlich wie der folgende Song „Phenomenon“, in dem Kyo erstmalig wesentlich deutlicher als die Instrumente zu hören ist und gesanglich eine sehr gute Performance abliefert.
„Cause of fickleness“ ist einer meiner Lieblingssongs des Albums. Das Lied beginnt mit Geflüster und irrem Gelächter sowie bedrohlichem Wispern. Die Melodie ändert sich quasi sekündlich; hört man zuerst sehr schnelle Gitarrenklänge, ändert sich die Melodie schon wieder und scheint nur noch aus zischenden Growls zu bestehen. Was jedoch immer wiederkehrt, ist das irre Lachen und auch singt Kyo in diesem Song mit mehr Tiefe und Körper als sonst, was den Song sehr stark klingen lässt. 
Mit dem sechsten Song, „Tousei“, folgt ein ruhigeres Stück. Gitarre und flötenähnliche Klänge leiten den Song ein, der dramatisch, aber nicht übertrieben ist und schließlich passend zu „Rinkaku“ überleitet. Der Song, der bereits im Dezember 2012 als Single erschienen ist, ist das bislang melancholischste Stück des Albums. Trotz starker Elemente wie dem schweren Bass hat das Lied, wie sein Vorgänger auch, eine ruhige Grundstimmung und wirkt inmitten der heftigeren Songs sehr angenehm. 
Es folgt „Chain repulsion“ mit hartem und provokantem Klang. Schnelle Riffs, plötzliche Wechsel von hohem zu schrillem zu tiefem Gesang und weitere unerwartete Elemente lassen eine nicht aufhörende Spannung entstehen, die den Song zu einem der stärksten des Albums macht. 
„Kaishun“ und „Behind a vacant image“ sind eine Abwechslung zu den aggressiven Songs des Albums, liegen uns hier doch eine schwere Ballade und ein eher unaufdringlicher Song vor. 
Die zweite Singleauskopplung, „Sustain the untruth“, zeigt DIR EN GREYs Können auf sehr hohem Niveau. Der Klang ist bandtypisch, mit bedrohlichem und aggressivem Wispern Kyos und dem Wechsel zwischen schrillen und tiefen Elementen wie Growls oder auch der Instrumentenlinie. Es ist ebenfalls einer der stärksten Songs des Albums. 
Im Gegensatz zum ruhigen „Kukoku no kyouon“ kommt mit „The inferno“ das heftigste Lied daher. Ausschließlich aus Growls bestehend, ist der Song trotz seiner kurzen Laufzeit sehr beeindruckend. 
Anschließend ist „Revelation of mankind“ auch sehr wild, bietet dem Hörer aber Gesangspassagen zwischen den Growls, die ab und an unerwartet ruhig sein können. Mit diesem Wechsel gelingt der Band ein Lied, das einen guten Abschluss des Albums bildet. 
 
Die zweite CD liegt uns leider nicht vor, weshalb wir an dieser Stelle keine Aussagen zu den restlichen drei Songs machen können. 
 

Tracklist

1.1 - Un deux

1.2 - Soshaku

1.3 - Uroko

1.4 - Phenomenon

1.5 - Cause of fickleness

1.6 - Tousei

1.7 - Rinkaku

1.8 - Chain repulsion

1.9 - Midwife

1.10 - Magayasou

1.11 - Kaishun

1.12 - Behind a vacant image

1.13 - Sustain the untruth

1.14 - Kukoku no kyouon

1.15 - The inferno

1.16 - Revelation of mankind

2.1 - Sustain the untruth (REMIX)

2.2 - Soshaku (Acoustic Ver.)

2.3 - Uroko (Crossover Ver.)

DIR EN GREY - ARCHE

Verpackung & Extras

Da uns das Rezensionsexemplar freundlicherweise von Gan-Shin per Download zur Verfügung gestellt wurde, können wir an dieser Stelle leider nicht über die Verpackung berichten. 

Sonstiges

DIR EN GREY

Fazit!

Mit „ARCHE“ ist DIR EN GREY ein äußerst gutes Album gelungen. Mit einer ausgewogenen Tracklist ist die Auswahl an unterschiedlichen Songs gut, jedoch ähneln sich einige sehr. Dennoch macht es Spaß, sich das Album anzuhören und mit Songs wie „Uroko“, „Cause of fickleness“ oder „Chain repulsion“ hat die Band sehr starke Lieder geschaffen. 
Das Ziel, ein Stück weit zu ihren Ursprüngen zurückzukehren beziehungsweise daran zu erinnern, ist in jedem Falle gelungen. 
Songqualität
2
Songauswahl
4
Verpackung & Extras
0
Preis-/Leistungsverhältnis
2
Gesamt
2

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