DIR EN GREY - Dum Spiro Spero

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Bildcopyright: Dir en grey, Okami Records

Markanter, bitterer Metal-Sound und ein Hang zum Grausamen– So kennt und schätzt man DIR EN GREY. Mit „Dum Spiro Spero“ scheint die Gruppe sich nun selbst in ihrer musikalischen Aggressivität und Härte übertroffen zu haben, denn es ist eines der heftigsten Alben, welches die Gruppe bis dato auf den Markt gebracht hat.  

Über den Künstler

Bereits seit 1997 sind Sänger Kyo, die Gitarristen Kaoru und Die, Bassist Toshiya und Schlagzeuger Shinya als DIR EN GREY aktiv. Schon ein Jahr nach ihrer Gründung konnte die damalige Indieband ganz oben in den Charts mitspielen und arbeitete sogar mit X Japans Yoshiki zusammen.
Nachdem die Musiker erste Auslandserfahrungen in China und Südkorea gesammelt hatten, ging es 2005 endlich nach Europa; natürlich blieb Deutschland da nicht aus. Seitdem sind DIR EN GREY hierzulande ein gern gesehener Gast, sowohl als Oneman-Act in Konzerthallen als auch Open Air bei diversen Rock- und Metal-Festivals wie Wacken und Rock am Ring.
Den letzten Deutschlandauftritt hatte die Gruppe im August 2011 und stellte dabei auch das neue Album „Dum Spiro Spero“ vor.  

Album / Single

Anders als man es von DIR EN GREY erwarten würde, beginnt der erste Song „Kyoukotsu no nari“ mit den stillen und dissonanten Klängen eines Klaviers. Eine bedrohliche und hoffnungslose Stimmung herrscht vor und im Hintergrund sind nach und nach angedeutete Growls und Schreie zu vernehmen. Doch gerade als diese immer deutlicher werden, ist der Song plötzlich zu Ende und lässt den Hörer mit einem bangen Gefühl zurück.

Als nächstes folgt „The Blossoming Beelzebub“, eines der längsten Lieder der CD. Auch dieses Stück klingt durch die starken Akzentsetzungen der Gitarre und des Schlagzeugs sehr bedrohlich. Vor diesem Hintergrund setzt schließlich Sänger Kyo ein, der mit schauriger Stimme eine wirre Melodie zu summen beginnt.
Begleitet wird dies durch einen Klang, der an eine Orgel oder an ein Cembalo erinnert und somit die Assoziation „Kirche“ hervorruft. Man denkt direkt an den Engel, der auf dem Frontcover der CD abgebildet ist. Durch die plötzlich einsetzenden Schreie und Growls klingt das Lied recht grausam und zum Ende hin wechseln die eben erwähnten Sounds mit den sanften sowie härter gesungenen Passagen.

So wird schließlich das nächste Lied eingeleitet, die Singleauskopplung „Different Sense“. Extrem tiefe Growls und ein sehr schnelles Tempo sind bezeichnend für diesen Song, der nur während des Refrains eine etwas ruhigere Stimmung aufweisen kann. Doch gerade diese stillen Momente sind es, die ein Gefühl der Verzweiflung vermitteln.

„Amon“ ist ebenfalls ein ziemlich schneller Song. Zwischen hohem Gesang und tiefen Growls bietet dieses Stück einfach alles. Auch das Tempo variiert immer wieder unvorhergesehen, sodass der Hörer nicht ahnt, was ihn als nächstes erwartet.

Langsam und deprimierend beginnt auch schon der fünfte Song, „Yokusou ni Dreambox‘ Aruiwa seijuku no rinen to tsumetai ame“. Monotonie zieht sich durch das gesamte Lied und der Hörer wird von dieser gefangen genommen. Doch wie aus dem Nichts beginnt Kyo zu schreien, um dann ebenso schnell wieder zu seiner Singstimme zurückzufinden. Insgesamt wirkt der Song gewollt konfus.
Ein sehr schwerer Song ist der folgende: „Shitataru Mourou“. Kyo singt sehr melodisch vor einem wechselhaften Hintergrund, der vom Spiel der Gitarren und des Schlagzeugs erschaffen wird. Die Pausen, in denen kein Gesang zu hören ist, werden von Growls gefüllt. Alternativ herrscht beinahe völlige Stille.

Im Anschluss daran erklingen die Töne des bekannten Songs „Lotus“, der ebenfalls als Single erschienen ist. Das Stück ist sehr melodisch, beginnt aber gleichzeitig auch melancholisch und hat beinahe einen balladesken Charakter.
Langsam aber kraftvoll legt sich Kyos Stimme über das eingängige Spiel der Instrumente. Durch diese Kombination entsteht ein nachvollziehbarer Rhythmus, den man in den restlichen Songs der CD oft vergeblich sucht. Der Song kommt als einziger des Albums gänzlich ohne Growls aus, ist aber nicht minder ausdrucksstark.

Das mit Abstand längste Lied des Albums ist „Diabolos“. Beinahe zehn Minuten lang steigert sich der Song immer wieder in seiner Intensität. Der ruhige Anfang klingt trostlos, da die Instrumente nur schleppend und mit tiefen Tönen erklingen und Kyos Stimme ebenfalls sehr ruhig und tief ist. Dennoch baut sich ein Gefühl der Spannung auf, das man nicht loswird. Vergleichsweise ruhige Growls setzen ein, werden im nächsten Moment intensiver und brechen ebenso plötzlich wieder ab. Nach einer stilleren Passage ist „Diabolos“ bald nur noch ein Gemisch aus Growls und Screams, die, wie in so vielen anderen Stücken, auch Verzweiflung aufkommen lassen.

Ein sehr emotionaler und berührender Song folgt mit „Vanitas“. Hier sind sowohl die Instrumente als auch Kyos Stimme in Einklang miteinander und bilden die Basis für ein sehr harmonisches, aber dennoch schmerzliches Lied.
Auch im letzten Song, „Ruten no tou“, geht es etwas langsamer zu. Kyo singt zu Beginn mit sehr hoher Stimme, steigert sich gegen Ende des Liedes aber hin zu Growls. 

Tracklist

1.1 - Kyoukotsu no nari

1.2 - The Blossoming Beelzebub

1.3 - Different Sense

1.4 - Amon

1.5 - "Yokusou ni Dreambox“ Aruiwa seijuku no rinen to tsumetai ame

1.6 - Juuyoku

1.7 - Shitataru Mourou

1.8 - Lotus

1.9 - Diabolos

1.10 - Akatsuki

1.11 - Decayed Crow

1.12 - Hageshisa to, kono mune no naka de karamitsuita shakunetsu no yami

1.13 - Vanitas

1.14 - Ruten no tou

DIR EN GREY - Dum Spiro Spero

Verpackung & Extras

Das Cover der CD zeigt das Innere eines Bambuswaldes. Die Mischung aus schwarzen sowie dunkelgrünen Tönen macht es auf den ersten Blick schwierig, Einzelheiten zu erkennen.
In der Mitte des Bildes befindet sich die einzige hellere Stelle des Covers. Von ockerfarbenem Licht beschienen, werden zwei Figuren inmitten des Bambus erkennbar. Eine von ihnen ähnelt einem Engel, der die Arme gen Himmel ausbreitet. Die andere Figur ist eine bedrohlich aussehende Kreatur, die mit ihren vier Armen den Engel von hinten umschlungen hält.
Mittig der oberen Albumhälfte wurden sowohl der Bandname als auch der Titel des Albums in goldenen Buchstaben gedruckt.

Der CD liegt ein kleines sechzehnseitiges Booklet bei, das leider nur die ins Englische übersetzten Lyrics enthält. Ein kleines Trostpflaster hingegen ist jedoch, dass jede
Doppelseite ein individuelles Design bekommen hat.  

Sonstiges

Dir en grey, Okami Records

Fazit!

Das Album „Dum Spiro Spero“ bietet mit seinen vierzehn Titeln genau das, was man von DIR EN GREY erwartet: qualitativ hochwertigen und harten Metal. Zwar sind die Songs einander meist sehr ähnlich und manchmal wünscht man sich ein wenig mehr Abwechslung, doch wenn man sich für die Gruppe entscheidet, entscheidet man sich gleichermaßen für den eingängigen Stil.
So sind auch die fehlenden Extras zwar ärgerlich, aber doch zu verkraften. Schließlich bekommt man musikalisch einiges geboten.
Alles in allem ist „Dum Spiro Spero“ ein sehr gelungenes Werk, das Fans der ersten Stunde sowie Metal-Liebhabern gefallen wird.  

Songqualität
2
Songauswahl
5
Verpackung & Extras
8
Preis-/Leistungsverhältnis
2
Gesamt
2

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