X - Blue Blood

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Bildcopyright: X Japan

Songs wie „Kurenai“, „Week End“ oder „Celebration“ sind inzwischen jedem X Japan-Fan bekannt. Zu verdanken ist dies dem Album „Blue Blood“, mit dem die Band Ende der achtziger Jahre ihren endgültigen Durchbruch feierte. Wir nehmen für euch den Longplayer nun nachträglich unter die Lupe.

Über den Künstler

Die fünfköpfige Metal-Formation X gründete sich im Jahre 1982, jedoch stand erst 1987 ein Line-up, das sich für die darauffolgenden Jahre bewähren sollte. Nach den Singles „I'll kill you“ (1985) und „Orgasm“ (1986) erschien schließlich ihr erstes Album „Vanishing Vision“ (1988), mit dem sie als damalige Indie-Band ungewöhnlich hohe Chartplatzierungen erreichten.
Daraufhin bekamen sie einen Major-Vertrag bei CBS/Sony und somit erschien im Frühjahr 1989 ihr Debüt-Album „Blue Blood“. Es verkaufte sich über 700.000 Mal und stieg bis auf den sechsten Platz der japanischen Oricon-Charts. Folgend werden wir uns diesem Album widmen.

Album / Single

Das Album beginnt mit einem Instrumental, das den passenden Titel „Prologue (~World Anthem)“ trägt. Es besteht aus gemächlichen, feierlichen Rockklängen mit Orchester-Hintergrund und mündet schließlich in einem Gemisch aus Pianotönen und einer verzerrten Stimme, die einen Monolog hält. Die letzten Worte lauten „Blue Blood“, worauf der gleichnamige Song folgt. Dieser beginnt vom ersten Ton an bei 100 Prozent seiner Geschwindigkeit: Ein absolut energiegeladener Speed Metal-Song.

Folgend beginnt, einige Takte gezügelt, „Week End“. Zunächst spielt nur eine Gitarre einen sich stets wiederholenden Akkord, bevor nach einigen Augenblicken die dominantere Leadgitarre zusammen mit dem Bass einsetzt und sich schließlich auch Drums und Gesang hinzufügen. „Week End“ ist ein schönes melodisches Hardrock-Stück, dessen Refrain, trotz seiner Schlichtheit, einen Ohrwurm-Charakter aufweist.
Mit Rhythmus im Blut wird in „Easy Fight Rambling“ eingestiegen. Manch einer vermag hier Glamrock-Elemente heraus zu hören; auf jeden Fall bietet der Track die Möglichkeit sich rockig zu relaxen, bevor es mit der bandeigenen Hymne „X“ weitergeht. Diese bietet im Gegenzug wieder Speed Metal sowie eine rasante Gitarren-Bridge.

Mit „Endless Rain“ erklingt in der Mitte des Albums nun die erste Ballade. Ein harmonisches Intro aus Piano und Bass stimmt den Hörer auf das Kommende ein. Beim Einstieg der ersten Strophe verstummt der Bass zunächst, setzt aber zur zweiten Strophe mit den Drums und seichten Streichern wieder ein. In der Bridge dürfen dann auch endlich die Gitarren mitmachen.
Beim melodramatischen Orchester-Intro von „Kurenai“ wird zunächst der Eindruck erweckt, als folge die nächste Ballade und auch der anschließende Gitarrenpart hält diesen Glauben noch aufrecht. Aber schließlich wird man doch noch eines besseren belehrt und die Drums sowie alle Saiteninstrumente werden gespielt, als gäbe es kein Morgen mehr. „Kurenai“ versprüht den Geist einer vollkommen überzeugten Kampfhymne.

„Xclamation“ sticht in mehrerlei Hinsicht aus dem Album hervor: Zum einen ist es ein Instrumental, das „zweiteilig“ konstruiert wurde. Zum anderen enthält es deutlich psychedelische Farben, die besonders in der ersten Hälfte und zum Ende hin erkennbar sind.
Hingebungsvolles Gestöhne und Getrommel ist das, was einen anschließend bei „Orgasm“ als erstes begrüßt, bevor der Track in eine weitere Speed Metal-Nummer mündet. Der Titel ist hier Programm: kurz aber heftig.

Nicht ganz klar identifizierbare Geräusche irritieren den Hörer als nächstes, bevor eine eingestöpselte E-Gitarre sich zu Wort meldet und „Celebration“ einläutet. Der Song ist, trotz seines etwas derben Textes, eine melodische und rockige Gute-Laune-Nummer.
Eine Orgel stellt das Intro von „Rose Of Pain“ dar, einem fast zwölfminütigen Song, der sich stets mit melancholischen, dramatischen und aggressiven Parts abwechselt. Die Kirche kann jedoch im Dorf gelassen werden, da die Orgel im weiteren Verlauf des Stücks nicht mehr auftaucht und der bekannte Rocksound der Band wieder vorherrscht.
Als letzter Song erklingt mit „Unfinished“ ganz klassisch eine Ballade. Dominieren tun hier Toshis Gesang sowie das Piano, jedoch sind auch die Drums, Gitarren, Bass und einige Streicher vertreten, halten sich jedoch weitestgehend im Hintergrund. Es ist weniger balladesk als „Endless Rain“ und gewährt daher einen entspannten Ausklang.

Tracklist

1.1 - Prologue (~World Anthem)

1.2 - Blue Blood

1.3 - Week End

1.4 - Easy Fight Rambling

1.5 - X

1.6 - Endless Rain

1.7 - Kurenai

1.8 - Xclamation

1.9 - Orgasm

1.10 - Celebration

1.11 - Rose Of Pain

1.12 - Unfinished

X - Blue Blood

Verpackung & Extras

Die CD befindet sich in einem gewöhnlichen Jewel Case und bringt ein 24-seitiges Booklet mit. Dieses enthält die Tracklist, alle Songtexte in ihrer Originalsprache, Erklärungen zum Album und den einzelnen Liedern (leider komplett auf japanisch), eine zweiseitige Fotokollage mit je einem Einzelbild aller Mitglieder und deren Angaben zu Position, Geburtstag, Blutgruppe und Sternzeichen und die Credits. Das Backcover zeigt ebenfalls die Tracklist, die Abbildungen der einzelnen Mitglieder (welche bis auf Yoshiki und Pata die gleichen wie im Booklet sind; Taiji ist spiegelverkehrt) sowie ihre Position.

Sonstiges

Der Großteil der Songs und Texte wurde von Yoshiki geschrieben, mit folgenden Ausnahmen: Die Originalkomposition von „Prologue (~World Anthem)“ stammt von F. Marino und trägt den Titel „World Anthem“. Der Text zu „Easy Fight Rambling“ stammt von Toshi und Yoshiki, als Komponist ist X angegeben. „Xclamation“ wurde von hide und Taiji komponiert. „Celebration“ wurde von hide geschrieben und komponiert.
Bei dem Namen Hitomi Shiratori, der zwei Mal als Texter angegeben ist, handelt es sich um ein Pseudonym von Yoshiki.

Das Album enthält Neuaufnahmen ihrer Single „Orgasm“ und „X“, welches die B-Seite der Single war, sowie den Songs „Kurenai“ und „Unfinished“, die sich bereits auf dem „Vanishing Vision“-Album finden ließen.

Singleauskopplungen des Albums waren „Kurenai“, „Endless Rain“ und „Week End“. Zu „Celebration“ wurde ein aufwendiges Musikvideo gedreht, auch wenn der Song selbst nicht als Single veröffentlicht wurde.

Die japanische Version der Musikzeitschrift Rolling Stone setzte „Blue Blood“ im Jahre 2007 auf Platz 15 in der Hitliste „Die 100 besten japanischen Rockalben aller Zeiten“.

X Japan

Fazit!

„Blue Blood“ stellt definitiv eines der Glanzstücke der Band dar. Das sagen nicht nur die Verkaufszahlen, sondern auch die Tatsache, dass Songs wie „Kurenai“ und „X“ noch heute auf keinem Konzert von X Japan fehlen dürfen.
Im Vergleich zu seinem Vorgänger „Vanishing Vision“ ist es technisch hörbar ausgereifter und als Album abgerundeter. Zudem bietet es für Neulinge einen guten Einstieg, die sich ein Bild von der Entwicklung des japanischen Heavy Metals machen wollen, da „Blue Blood“ auch spätere Musikergenerationen beeinflusst hat.

Songqualität
2
Songauswahl
2
Verpackung & Extras
4
Preis-/Leistungsverhältnis
0
Gesamt
0

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